Müsli, Baguette, Marmelade, Käse, Wurst, Milchbrötchen, Kaffee und Tee – eine hervorragende Abwechslung zum englischen Frühstück – erwartete uns direkt nach dem Aufstehen im Caravan. Während wir uns stärkten und der Regen von außen gegen die Fenster prasselte, während die Flut ins Tal kam und ein starker Wind die Wellen an Land trieb, überlegten wir angestrengt, was der Tag bringen sollte.Nachdem wir einige Möglichkeiten abgewägt hatten, entschieden wir uns einstimmig für die am regengeeignetste: Wandern. Der Plan war einfach: mit dem Auto
zur Seilbahn, auf dem Berg den Nebel bewundern, eine Runde laufen und wieder hinunter. So sicher der Plan, so unsicher die Umsetzung. Mit Regenjacken, Folien-Ganzkörperanzügen und festen Schuhwerk bewaffnet, fuhren wir mit dem Auto zur Seilbahn. Schon der Blick aus dem Fenster war atemberaubend und trotz (oder gerade wegen) des Nebels entstand eine spannungsvolle, mystische Stimmung.
Die Seilbahn fuhr nicht. Wahrscheinli
ch wegen des Wetters stand die Vorrichtung still. Nach kurzer Beratung stiegen wir alle wieder ins Auto und fuhren ein Stück zurück, um dann am Straßenrand zu parken. Der Ausblick von unserem Parkplatz war schon klasse, man sah ein einsames Häuschen zwischen den Bergen im Tal stehen. Die Szenerie erinnerte uns an James Bond und Skyfall. Kein Wunder, denn in unserer unmittelbaren Umgebung wurde eben dieser Film gedreht. Es gibt ein Moor, gar nicht weit entfernt – dort steht das Haus, in das sich Bond und M retteten.
Beeindruckt starteten wir den Aufstieg. Mit jedem Meter, den wir höher kamen, wurde der Blick gigantischer und so störten uns auch Regen und Wind kein bisschen.
Nach einer Weile hatten wir den ersten kleinen Berg erklommen. Renate, Jens und Paula beschlossen kehrt zu machen, doch Paul und ich wollten den Devils Staircase zuende laufen. So verabschiedeten wir uns auf einem Gipfel und schlugen verschiedene Wege ein.
Für uns ging es erst einmal wieder bergab. Locker schlängelte sich der Weg entlang, über große Steine und kleine Steine, durch große Pfützen und kleine Pfützen, durch Schlamm. Alles war gut, bis wir ein „Bächlein“ erreichten. Aufgrund des starken Regens war er auf etwa fünffache Größe angeschwollen und die großen Steine, die zum Balancieren hingelegt worden waren, standen gänzlich unter Wasser. Unsere Versuche, noch mehr Steine im Wasser zu stapelt misslang und uns blieb nur noch eine Wahl: Schuhe und Socken aus, Hose hochkrempeln und schnell durch das eiskalte Wasser.
Gut erfrischt ging es weiter. Die Landschaft war unglaublich und wir sind nachhaltig verzaubert (hat bestimmt Harry Potter seine Finger im Spiel – haha). Nach knapp 4 Stunden erreichten wir das Ziel: Kinlochleven. Ein kleines, verschlafenes Dorf, das fast ausschließlich aus Bed&Breakfasts besteht. Von dort aus noch zu unserem Campingplatz zu laufen wäre Selbstmord gewesen, da es zum Einen unglaublich aggressive Stechmücken auf uns abgesehen hatten und sich zum anderen unsere Füße langsam zu Wort meldeten. Jens holte uns mit dem Auto in Kinlochleven ab und so waren wir bald auf dem Sofa im Caravan.
Empfangen wurden wir mit Tee und Suppe, eine wunderbare Idee, nachdem uns der Regen durchweicht hatte. Wir ruhten uns aus, trockneten unsere Wäsche und ließen die Eindrücke sacken.
Gegen Abend verabredeten wir uns mit der befreundeten Familie von Berschicks, damit wir alle zusammen in einen Pub gehen konnten, um Hunger und Durst zu stillen. Es gab Steak, Fisch und natürlich vorallem Chips, wir tranken Bier und Cider, quatschten, lachten und spielten mit den Kindern Billard.
Der schöne Tag ging zuende, wir sind glücklich, um ein paar beeindruckende Erlebnisse reicher und sehr sehr dankbar, dass man uns so herzlich bewirtet hat!
