Nizza verabschiedete uns kurz vor 11 Uhr. Wir hatten für gar nicht so wenige Euro 2 Sitzplätze reserviert – das heißt: Es war ein reservierungs-pflichtiger Zug, ein echter TGV nämlich. Er brachte uns in knapp mehr als 4 Stunden von Nizza in die Metropole Lyon. Ein kurzer Kommentar zum TGV: Scheinbar war es einer aus einer älteren Baureihe, das Interieur war abgenutzt, Steckdosen existierten nicht und so richtig schnell war er auch nicht – wir wurden von Autos auf einer Autobahn neben der Strecke überholt. Doch möglicherweise war er einfach nur einem Geschwindigkeitslimit unterworfen. Wer weiß. Ein ordentlicher ICE ist trotzdem schöner.
Lyon Part Dieu. Gegenüber des Bahnhofes erhebt sich ein riesiger Shoppingtempel mit einem Hotelhochhaus. Um uns Richtung Stadtzentrum bewegen zu können, durchquerten wir die Einkaufspassage und liefen dann schwitzend über die glühend heißen Fußwege, der kochenden Stadt. Es war einfach unglaublich warm – was uns sicher noch extremer vorkam als es war, weil der TGV ja ausgesprochen gut klimatisiert war.
Wir fanden schließlich ein Hotel, was uns für eine nicht unbescheidene Summe ein Zimmer überließ – wir trösteten uns mit dem Internetzugang, mit dem man geworben hatte – da der aber zusätzlich kosten sollte, beschlossen wir das Hotel voll zu nutzen – alle Akkus laden, duschen, baden (ja, ich habe ein Bad genommen – wenn die Wanne nun einmal hier steht…) und und und.
Lyon ist eine wirklich schöne Stadt. Wir genossen die Atmosphäre in den engen Gassen und nach einer kräftezehrenden Wanderung auch das Panorama. Vom Berg aus hat man einen fantastischen Blick auf die roten Dächer mit den zahllosen Schornsteinen (es ist sogar ein wahres Meer von Schornsteinen) der verwinkelten Altstadt, die schnurgeraden Prachtstraßen mit den typischen mehrstöckigen Stadthäusern und am Rand die Plattenbaughettos mit dem industriellen Umland (inkl. einem schnuckeligen AKW, dessen 3 Kühlturme am Horizont fröhlich vor sich hin dampften). Aber wir waren nicht nur wegen des Panoramas so hoch gestiegen: eine prächtige, weiße Kirche thront über der Stadt – und die mussten Sir einfach aus der Nähe sehen – es hat sich gelohnt.
Der Rückweg führte zum „Casino“ wo wir ein paar Euro ließen, aber immerhin ein Abendbrot bekamen – Casino ist eine französische Supermarktkette – also keine Sorge.
Und jetzt lassen wir den Tag ganz ruhig ausklingen – morgen sind wir ja auch noch hier.

Wer hat denn nun den Käse zum Bahnhof gerollt?
Denkt dran, Käse im Gepäck fängt an zu stinken!
http://www.youtube.com/watch?v=boMW1xf5Jf0
Hier die Antwort auf die Käsefrage. Danke an Dennis Gastmann: Wir hatten viel Spaß mit dieser Frage ;D