Morgens um 7 in Firenze. Man zweifelt an sich. Warum hat alles geschlossen? Nicht einmal die öffentlichen Toiletten haben geöffnet. Wir ignorieren das gekonnt und steuern das erste Hostel an: Voll. Doch der nette Rezeptionsmensch gibt uns einen Stadtplan und trägt die Konkurrenz für uns ein.
Dort, im Ostelo Centrale, begrüßt uns ein älterer Mann leicht sprudelnd auf Italienisch. Was wir entnehmen können: Check-In ab um 10, Gepäck gern hier lassen und ja, es ist was frei.
Wir geben uns im folgenden also einer etwas surrealen Kulisse hin: Die Touristenstadt Florenz – menschenleer. Bis auf ein paar aufbauende Straßenhändler ist niemand zu sehen: Stille auf dem Domplatz, gähnende Leere auf der Ponte Vecchio und vor den Uffizien stehen höchstens 120 Leute in der Schlange. Wir konnten alles bestaunen, ohne von irgendjemandem gestört zu werden.
Unser größtes Problem allerdings war ein ganz menschliches: Der Wunsch auf Toilette zu gehen. Da alle öffentlichen Toiletten geschlossen waren, blieb nur der Besuch einer Bar. Ein Croissant und eine ciocolata calda später waren wir beide auf den Örtlichkeiten und bereut für den Check-In.
Der war schnell absolviert und wir konnten endlich wieder duschen und in Ruhe unserer Körperhygiene nachgehen, was in Nachtzügen nur bedingt funktioniert.
Am Nachmittag zeigte sich Florenz dann so wie man es kennt: voller Touristen. Ein kleiner Rundgang führte uns vom Porto Romano zu einer süßen Gelateria, deren Bedienung zwar etwas unterkühlt, das Eis aber umso besser war.
Gestärkt davon ging es dann auf ein Hügelchen, von dem aus man einen netten Blick über die Stadt hat. Der Aufstieg war nicht anstrengungsfrei und als wir danach in einem kleinen Park saßen, beschlossen wir eine kleine Siesta.
1,5 Stunden später wachte ich auf einer Parkbank wieder auf. Es ging uns beiden deutlich besser und wir machten uns an den Abstieg.
Nach einigen kleinen Runden durch die Stadt ließen wir uns in einer Pizzeria nieder. Die Pizza Quattro Formaggi war einfach ein Gedicht und vom roten Wein des Hauses wollen wir gar nicht erst sprechen – ihr werdet sonst neidisch.
Ausklingen lassen wir den Abend im gut gefüllten Innenhof mit einem lokalen Bierchen. Prost!
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Achso: Paulchen ist jetzt behütet.
