Was man so sieht… (4)

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Teil Vier unserer Serie bringt spannende Themen: Alkohol, Wasser und Medikamente.

Ein gespaltenes Verhältnis
Alkohol in der Öffentlichkeit: Verboten. Kinder mit in den Pub nehmen: Eher schwierig. Kontrollen beim Kauf von Alkohol (auch wenn es sich nur um zwei Flaschen Bier handelt): Streng (Mein Bart bewahrt mich meist davor dem Ausweis heraus kramen mussen) – manchmal müssen wir sogar beide [!!] eine ID vorzeigen. Und wir haben bisher keinen Whisky oder Schnaps gekauft. Es geht um Bier und Cider, also roundabout 5% Alkoholgehalt. Auch spannend: Wenn man in Hostels eincheckt, wird man oft direkt darauf verwiesen, dass Alkohol not permitted ist.
Man könnte also meinen der Brite hat ein Problem mit alkoholischen Getränken.* Andererseits gibt es hier in jedem popligen Provinzsupermarkt eine Bierauswahl, von der man bei uns im Getränkehandel streckenweise nur träumen kann: IPA, Stout, British Style Ale, Porter, Lager, Weizen, … und irgendetwas Belgisches steht auch immer in der Nähe**. Über das sehr breite Whisk(e)ysortiment müssen wir wahrscheinlich nicht reden: Es ist schier unglaublich.
Was stellen wir also fest: Der gemeine Brite (selbstverständlich auch die gemeine Britin) mag Alkohol. Wieso sonst diese Auswahl im Supermarkt? Man hält es nur gern verborgen: In der Öffentlichkeit gibt es keinen Alkohol.

Paracetamol: 500, 15, 19
Der krasse Kontrast zu den strengen Auflagen bei Alkoholkonsum und -kauf stellen die Medikamente dar. Wie Kaugummis oder Schokoriegel liegen sie hier zuweilen an der Supermarktkasse. Und das Angebot ist nicht übel: Aspirin, Ibuprofen, Paracetamol, Cetirizin und viele andere gibt es in verschiedensten Dosierungen frei im Handel. Zu Spottpreisen, wie die Auflösung der Zwischenüberschrift zeigt: mg, Stück, Pence.

It smells and tastes like .. well: cow
… habe ich gesagt. Der britische Holländer schnupperte kurz und stimmte mir dann zu: „Yeah…I can see what you mean.. it’s disgusting.“
Worum es ging: Eine Flasche Mineralwasser. Und das Problem war: Es war unsere Flasche Mineralwasser.
In Carlisle gekauft und in Boustead Hill weggeschüttet. Gegen diese Plärre war sogar das Heilwasser aus Marienbad lecker. Aufgefallen war uns der Fehlkauf übrigens auf unserer Wanderung und ich hatte den seltsamen Geruch zunächst auf die Weiden um uns herum geschoben. Doch auch der Geschmack war eine Katastrophe und so war schnell klar: Das Zeug muss weg.
Kleine Randbemerkung: Es gibt hier seltenst Wasser mit Kohlensäure. Still ist Standard.

*Vielleicht hat er das ja wirklich und die strengen Gesetze und Regelungen sind eine Reaktion darauf…

**an dieser Stelle sei noch einmal dezent auf http://craftbeer.allgemeine-gefahrenstelle.de verwiesen

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