Tag 2 in Dublin: Das Wetter hält

_MG_8157Wir erwachten in unserem Doppelstockbett etwa gleichzeitig. Bestimmt schon um 9, dachten wir – Zeit zum Aufstehen. Die Amerikanerinnen neben uns schliefen zwar noch tief und fest, aber das hatte ja nichts zu sagen. Oder vielleicht doch? Ein Blick auf die Uhr sagte uns, dass noch nicht mal ansatzweise Aufstehzeit war. Halb 6 drehten wir uns also noch einmal um, doch an ruhigen Schlaf war nicht mehr zu denken. Um 8 Uhr machten wir uns schließlich fertig und gingen ins Nebengebäude (da, wo sich auch die Rezeption befindet) zum Frühstück. Es gab wahlweise (äußerst hochklassigen) Toast mit (äußerst hochklassiger) Marmelade oder (äußerst hochklassigen) Cornflakes. Wir entschieden uns für alles, wuschen unsere Teller und Schüsseln anschließend vorbildlich auf und machten uns auf in die Stadt.Ein kühler Wind zwang uns in unsere Pullover und auch die dicken Wanderschuhe mussten wir herausholen, aber das störte uns nicht, denn wir sind ja im Urlaub. Mit einem ziemlich großen Umweg erreichten wir das erste Ziel: einen wunderschön bepflanzten Park mit kleinen Pavillons, einem ausgeschalteten Springbrunnen und vielen Menschen, die wir um ihren Arbeitsweg beneideten. Wir entspannten uns ein wenig nach dem Marsch und bewunderten eine Taube, die sich mit nur einem Fuß durchs Leben kämpfte. In verschiedenen Dublin-Führern suchten wir uns die nächste Attraktion aus. Das “Little Museum of Dublin” machte einen hervorragenden Eindruck und zu allem Glück lag es auch noch direkt um die Ecke. Dort angekommen erwies es sich für uns leider als Reinfall (was wir zum Glück vorher merkten) – wer sich für Mrs. Brown und die Band U2 interessiert, sollte es sich allerdings unter keinen Umständen entgehen lassen, das Museum zu besichtigen.

_MG_8156Wir beschlossen, zum Hafen zu laufen und uns dort auf einem Segelschiff an einer Führung zum Thema Hungersnot und Auswanderung zu beteiligen. Ja, und das war wirklich klasse! Zuvor noch gestärkt mit einem Irish Breakfast Tea und einem Chai Tea Latte, verging die Stunde auf dem Schiff wie im Flug. Der Guide Paul war Spezialist auf seinem Gebiet und konnte der Gruppe viele spannende und emotionale Geschichten über Emigranten im 18. und 19. Jahrhundert erzählen. Teilweise waren die Schicksale so ergreifend, dass die deutsche Mutter zweier Kinder neben uns zu weinen begann. Das Schiff war komplett ausgestattet mit Puppen, die die Menschen von damals repräsentierten. Außerdem sei man wohl seit geraumer Zeit dabei, die Nachbildung des Segelschiffes von früher wieder fahrtauglich zu machen.

Mit Wissen gefüttert, hatten wir trotzdem noch Hunger. Ein kleines Süppchen kam uns da gerade recht.
Nachdem wir uns am Bahnhof kurz eine Verbindung für den nächsten Morgen herausgesucht hatten, gingen wir ins Hostel zurück und holten unseren Laptop und den am Vortag erhaltenen Rückgeldzettel vom Bus. Wir bekamen unser Geld im Office ohne Umschweife zurück und konnten uns nun entspannt in ein bekanntes Fastfood-Restaurant setzen, um (wirklich nur) das WLAN zu nutzen.
Der Laptop verschwand wieder im Schließfach des Hostels und wir machten uns auf die Weg zur abgeknabberten Kirche, die gestern leider schon geschlossen war. Innendrin war eine Ausstellung über die Geschichte der Kirche und ein älterer überschwänglicher Ire ermunterte uns, die deutschen Beschreibungen auf einem
_MG_8144Flyer zu lesen.

Unser Plan für diesen Nachmittag war erfüllt, Zeit war aber noch übrig. Wir platzierten uns noch einmal im Park der St. Patricks Kirche und genossen die sich durch die Wolken bahnende Sonne.
Auf dem Rückweg schauten wir auf die Speisekarten einiger Pubs und Restaurants, um uns Inspirationen für den Abend zu holen. Im Hostel erfrischten wir uns aber erstmal und legten die geschundenen Füße eine Weile hoch, bevor wir uns auf die Suche nach etwas zu essen und einem kühlen Bierchen machten.

 

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