Doppelstockbetten in der Kirche

_MG_9326In Dundee erwachten wir noch vor dem Weckerklingeln. Wir machten uns fertig, packten die Rucksäcke und waren froh, dass ein Großteil der Deutschen noch nicht auf den Beinen war, als wir die Küche betraten. In Ruhe aßen wir die am Vortag gekauften Baguettes – etwas labbrig, aber mit Käse und seltsamer Wurst-Paste nur noch halb so schlimm. Für den Weg bereiteten wir noch etwas Proviant vor, um danach auszuchecken und gen Bahnhof zu marschieren.U_MG_9237nser Abteil war ziemlich voll, doch die nette Zugbegleiterin verwies uns auf zwei reservierte Plätze, deren … PlatzreserviererInnen … nicht zugestiegen waren. Die Fahrt führte uns durch eine wunderschöne Landschaft, über Brücken, durch Täler und Tunnel. Schon bald war Edinburgh in Sicht und bereits der erste Eindruck war sehr vielversprechend. Vorbei an niedlichen backsteinfarbenen Häusern suchten wir die Kirche. Nicht irgendeine Kirche, sondern die mit der Aufschrift „Belford Hostel“. Die Schotten haben es tatsächlich auf die Reihe gekriegt, eine Kirche zu einer günstigen Unterkunft für junge Menschen auszubauen. Doch vorerst bekamen wir nicht viel zu Gesicht. Es war erst 11 Uhr und Check-In erst ab 14 Uhr möglich. Also ließen wir unser Gepäck im Left Luggage Room und machten einen ersten Stadtrundgang.

Der Weg brachte uns in die Princess Street und den angrenzenden Park. Wir bestiegen das Scott Monument, von dem man uns eine tolle Aussicht versprach. Die (wirklich wirklich wirklich) enge Treppe führte uns vom Erdgeschoss über die erste, zweite und dritte Ebene bis nach ganz oben. Man hatte uns nicht zu viel versprochen. Der Blick war unglaublich, der Himmel strahlte blau und die Stadt lag belebt unter uns. Nachdem wir auch den Abstieg gemeistert und wieder ein frisches kühles Wasser in der Tasche hatten, fanden wir einen alten Friedhof, den wir bis in den kleinsten Winkel auskundschafteten und ein kleines Picknick veranstalteten.IMG_20140814_143738
Gestärkt setzten wir unseren eigentlichen Weg zum Calton Hill fort. Auch vom Berg aus hatte man einen tollen Blick über die Stadt und bis zum Meer. Ein kleiner Nieselregen kam auf, wich jedoch schnell wieder der Sonne und so störte uns das nicht weiter.

Es war an der Zeit einzuchecken. Mit dem Zug fuhren wir eine Station zurück nach Haymarket, wo sich unsere Kirche befindet. Wir bekamen statt dem gebuchten Sechs-Bett-Zimmer eins mit fünf Betten (irgendwie seltsam – diese Form von „Upgrading“ ist uns in diesem Urlaub schon mehrfach passiert) und wollten uns deshalb auch nicht beschweren.
Das Hostel ist tatsächlich im Kirchenschiff, sowie im Altarraum eingerichtet worden, die Duschen, Toiletten und der Gemeinschaftsraum befanden sich im Keller. Der Bereich um die Orgel wird als Abstellkammer genutzt – alles in allem eine besondere und originelle Form des Wohnens.
Nach dem Duschen und Ausruhen machten wir uns noch einmal auf dem Weg – zuerst stand das Castle auf dem Plan. Unterwegs noch ein Eis geschleckert, kamen wir bis in den Innenhof der Burg, dann war Schluss. Es wurde gerade für ein Festival aufgebaut und unzählbar viele neongelbbewestete Männer und Frauen sperrten fleißig alles ab. Doch auch von außen war es schön genug!
In der Camera Obscura and World of Illusions ließen wir uns schließlich von optischen Täuschungen beeindrucken, von Spiegeln verzerren, blickten mittels Spiegel und Linse über die ganze Stadt und heirateten an einem Automaten ganz _MG_9267romantisch mit Ringen, weißen Tauben, Meeresrauschen, Brautkleid und Schottenrock.

Auf einer Bank verspeisten wir unser restliches Proviant und gingen unserer liebsten Tätigkeit nach: Leute beobachteten. In einem Pub ließen wir uns danach Fish&Chips und die Tagessuppe schmecken, tranken ein Bier und zogen weiter. In der nächsten Kneipe fand der Abend ein wunderbares Ende. Wir behalten Edinburgh in bester Erinnerung, eine wunderschöne Stadt – sowohl zum Leben als auch als Touristenhoch-burgh.

2 Gedanken zu „Doppelstockbetten in der Kirche

  1. HI YOU TWO,

    THANKS A LOT for your postcard. It’s always great receiving one from your trips :))!!! AND reading your blog.
    Well, I do hope the weather is still fine and as I travelled through Ireland (sleeping in our tent) two years ago and visiting Scotland during Easter Holidays four years ago, I like the beautiful countryside and the way of life.
    Paul, you look so handsome with the traditional Scottish hat, as if someone has occupied your farm or maybe your bed in the church :))!!!
    Well, I do wish you a nice time and come back full of great impressions!!!
    My holdays this year are bit different! There is buliding site in my kitchen for creating a further window with a great view into the valley of Rudelswalde – no kidding! and putting in new furniture. Hence you can imagine what my holidays are like, but it is something different from last years :)!!!

    CU and TAKE CARE
    Petra Schweiger

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