Eine sehr lange Zugfahrt …

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Da waren wir also – Belgrad. Und wir hatten keinen Plan, wohin uns die nächsten Tage führen würden. Wir haben Karten gelesen, uns im Internet informiert und an Bahnhöfen Schilder gelesen, doch alles endete meist nur mit groben und unvollständigen Ideen. Wir wollten in Richtung Montenegro, soviel stand fest, aber der einzige sinnvolle Halt – die Hauptstadt mit dem schönen Namen Podgorica – war 10,5 Zugstunden von Belgrad entfernt. Wir zweifelten. Schließlich einigten wir uns doch darauf, die lange Fahrt auf uns zu nehmen. Ein Grund, weshalb wir das taten: die Strecke gilt als eine der Schönsten Europas und man überquert die höchste Eisenbahnbrücke unseres Kontinentes.
So ging es halb früh um 9:10 Uhr an den Belgrader Bahnhof und hinein in den Zug. Da wir keine Reservierung hatten, wurden wir erstmal von unseren Sitzplätzen verscheucht, fanden aber sofort Neue._MG_1984.JPG
Die nächsten Stunden waren an sich ziemlich ereignislos und warm (die Sonne prasselte durch das Fenster ohne Vorhang und wir brutzelten und schmolzen vor uns hin). Wir aßen (weiche Gummibärchen), schliefen, hörten Musik, beobachteten Leute und schauten aus dem Fenster. Letzteres lohnte sich ausgesprochen sehr, die Landschaft von Montenegro ist atemberaubend. Steile, hohe Berge begrenzen Täler, in denen kleine Dörfer und Bäche liegen. Bäume links von uns, der Abgrund rechts. Oder umgekehrt. Es gab ständig etwas Neues zu sehen. Vorausgesetzt man sah überhaupt etwas, denn die Eisenbahnstrecke führt durch 254 Tunnel (laut Wikipedia sind das allein 114,435 km des 454,8 km langen Weges). Wenn man dabei noch auf das Licht im Zug verzichten muss (wir wissen nicht genau, ob es Absicht oder einfach kaputt war), wird einem schon einmal schwarz vor Augen. Außerdem überquerten wir 435 große und kleine Brücken – unter anderem auch das Mala-Rijeka-Viadukt, das mit 198m als die höchste Eisenbahnbrücke Europas gilt. Die Aussicht von hier war super, genauso wie unser Sitznachbar, der uns Gott sei Dank rechtzeitig darauf aufmerksam machte, unsere Kameras zu „preparen“._MG_2045.JPG
Mit vielen grandiosen Eindrücken und einer Stunde Verspätung (unsere Theorie: die Passkontrollen an der Grenze waren nicht in die Fahrtzeit einberechnet) erreichten wir Podgorica. Schon in Belgrad hatten wir ein Hostel gebucht, welches wir mit einigem Nachfragen dann auch fanden. Der Besitzer des Hauses war nicht viel älter als wir und begrüßte uns freundlich mit einem Händedruck. Gleich lernten wir auch unsere 3 Zimmergenossen kennen, die etwas französisch klangen, irgendwie aber auch nicht. Wir duschten, machten uns fertig und wanderten in die Stadt. In einem sympathisch aussehenden Lokal ließen wir uns nieder, bestellten Pizza und Nudeln und etwas zu trinken und ließen den Abend gemütlich ausklingen. Anschließen flanierten wir noch etwas durch die etwas italienisch wirkende Altstadt, fanden den Weg zurück zum Hostel und fielen nach einem langen Zug-Tag müde ins Bettchen.[pe2-gallery class=“alignleft“ ] _MG_1995.JPG_MG_2037.JPG_MG_1968.JPGP1060264.JPGIMG_2048.JPGP1060265.JPG[/pe2-gallery]

3 Gedanken zu „Eine sehr lange Zugfahrt …

  1. Traumhaft schöööööööön was ihr so alles erleben könnt!Wir nehmen jede Veränderung auf eurer Seite wahr -Julien scheint ja auch nicht zu schlafen(die Datenpflege klappt)DANKE an alle und bitte mehr davon

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