{"id":1999,"date":"2014-08-06T18:21:40","date_gmt":"2014-08-06T16:21:40","guid":{"rendered":"http:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/?p=1999"},"modified":"2018-07-12T13:26:54","modified_gmt":"2018-07-12T11:26:54","slug":"ein-wahres-premiumhostel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/?p=1999","title":{"rendered":"Ein wahres Premiumhostel"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/MG_8655.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-2008\" src=\"http:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/MG_8655-1024x682.jpg\" alt=\"_MG_8655\" width=\"580\" height=\"386\" srcset=\"https:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/MG_8655-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/MG_8655-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 580px) 100vw, 580px\" \/><\/a>7 Uhr morgens im Flannagans Village Hostel in Doolin: Kurz vor dem Wecker wache ich auf, sp\u00fcre leichten Muskelkater in den Beinen, h\u00f6re Regen auf das Dach prasseln, stehe auf und wecke Lisa. Wir schnappen uns unsere Sachen, machen uns fertig und verschwinden leise aus dem Hostel. Wir m\u00fcssen zum Bus. Schon wieder. Nach der Aufregung vom Vortag bin ich etwas nerv\u00f6s. Ich werde zu alt f\u00fcr diesen Kram.<!--more-->Die Haltestelle ist etwa 300m vom Hostel entfernt und hat keinen Namen. Zumindest kann man ihr keinen zuordnen. Die drei <a href=\"http:\/\/www.rte.ie\/lifestyle\/food\/drinks\/2012\/0709\/328447-dooliner-beer-launches\/\">Dooliner<\/a> (grandioses Bier \u00fcbrigens!) Haltestellen haben n\u00e4mlich, je nachdem wo man nachschaut, verschiedene Namen. Und je nach Fahrplan gibt es auch unterschiedliche Angaben dar\u00fcber, wo der Bus \u00fcberhaupt h\u00e4lt.<\/p>\n<p>Wir sind also einigerma\u00dfen erleichtert als ein Bus kommt, h\u00e4lt und uns mitnimmt. Sogar unsere etwas speziellen Tickets werden ohne besonders fragende Blicke akzeptiert. Da wir die ersten Fahrg\u00e4ste sind, haben wir freie Platzwahl und k\u00f6nnen entspannt zuschauen, wie manche Fahrg\u00e4ste in letzter Sekunde zu ihrem jeweiligen Halt sprinten.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2007\" aria-describedby=\"caption-attachment-2007\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/MG_8665.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2007 size-medium\" src=\"http:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/MG_8665-300x200.jpg\" alt=\"Der alte Mann und das Meer\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/MG_8665-300x200.jpg 300w, https:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/MG_8665-1024x682.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2007\" class=\"wp-caption-text\">Der alte Mann und das Meer<\/figcaption><\/figure>\n<p>Am <em>Cliffs of Moher Visitor Center<\/em>, wo gestern hunderte Touristen Fotos schossen haben, ist jetzt nur der Hausmeister auf seinem morgentlichen Gel\u00e4nderundgang zu sehen \u2013 ein beeindruckendes Bild. Der Regen \u00fcbrigens ist schon lange verschwunden: Die Sonne scheint seit wir das Hostel verlassen haben und nur ein kr\u00e4ftiger Wind verhindert, dass man sich den Pullover auszieht.<\/p>\n<p>Von Ennis bringt uns ein randvoller Regionalzug nach Galway. Lisa, die vor der Busfahrt eine Reisetablette genommen hatte, verschl\u00e4ft die komplette Fahrt und wirkt noch sehr verschlafen, als wir durch die Innenstadt von Galway zu unserem Hostel laufen. Viel Positives haben wir \u00fcber diese Unterkunft noch nicht geh\u00f6rt oder gelesen: Ich versuche im Folgenden weder zu sch\u00f6nen, noch zu \u00fcbertreiben.<\/p>\n<p>Von au\u00dfen betrachtet, ist das hellgelbe Geb\u00e4ude eher unauff\u00e4llig. Wenn man durch die T\u00fcr tritt gelangt man in ein etwas verdrecktes, muffiges Treppenhaus mit einem ab- und durchgetreten roten Teppich auf den Stufen. Ein altes Fahrrad liegt neben den S\u00e4cken mit dem dreckigen Bettzeug.<br \/>\nIm ersten Stock findet sich ein Aufenthaltsraum mit K\u00fcche (und einer Art Tresen, mit vielen Zetteln und Quittungsbl\u00f6cken: die Rezeption). Die K\u00fcche ist modern und relativ neu (vor allem im Gegensatz zu dem Teppich im Treppenhaus), sollte aber mal vern\u00fcnftig aufger\u00e4umt und gereinigt werden.<br \/>\nEin \u00e4lterer, etwas verlottertert wirkender Mann mit schiefen Z\u00e4hnen und Jogginghose begr\u00fc\u00dft uns und schickt uns nach ganz oben unser Zimmer beziehen, bis er soweit sei. Im Zimmer sieht es aus, wie im Treppenhaus: abgewirtschaftet. Die Betten stehen eng beieinander (in der Ecke schl\u00e4ft noch ein Mann), es riecht muffig und einen Staubsauger zu bem\u00fchen, w\u00e4re eine gute Idee. Zweifelsohne w\u00e4re auch neues Laminat und frische Tapete eine Option. Die Beste wahrscheinlich.<br \/>\nDas Bad \u00fcberrascht mich dann doch: Erwartet habe ich klapprige Kabinen mit 70 Jahre alten, verdreckten Toiletten und eine Dusche mit vers\u00fcfften Silikonfugen: Doch es scheint als wurde selbiges vor kurzem ersetzt. Das Bad gl\u00e4nzt nicht, ist aber in einem guten Grundzustand.<br \/>\nAuch unser Wirt ist nicht so schlimm wie bef\u00fcrchtet: Er ist etwas verschroben und etwa im selben Zustand, wie das Hostel, aber er scheint ein netter Kerl zu sein.<\/p>\n<p>Wir zahlen, nehmen alle Wertsachen mit (man kann nichts einschlie\u00dfen und die Sicherheitsvorkehrungen wirken eher halbherzig) und suchen uns etwas zu essen. Wir hatten kein richtiges Abendbrot und zum Fr\u00fchst\u00fcck nur 2 M\u00fcsliriegel: Jetzt gibt es Pizza und endlich wacht Lisa auf. Die einschl\u00e4fernde Wirkung der Tablette <a href=\"http:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/MG_8686.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-2005\" src=\"http:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/MG_8686-300x200.jpg\" alt=\"_MG_8686\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/MG_8686-300x200.jpg 300w, https:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/MG_8686-1024x682.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>l\u00e4sst nach und wir k\u00f6nnen mit dem Sightseeing beginnen.<\/p>\n<p>Die Kathedrale entt\u00e4uscht leider: Sie h\u00f6rt auf den schmissigen Name &#8222;Cathedral of Our Lady Assumed into Heaven and St.Nicolas&#8220; und wurde von 1958 bis 65 auf den Gel\u00e4nde des ehemaligen Gef\u00e4ngnisses errichtet. Man hat versucht ihr ein altehrw\u00fcrdiges Aussehen zu geben, aber das wirkt so k\u00fcnstlich, wie der integrierte Giftshop st\u00f6rend wirkt.<\/p>\n<p>Die Haupteinkaufsstra\u00dfe (ich glaube sie hei\u00dft treffenderweise Shop Street) ist dagegen eine wunderbare, belebte Fu\u00dfg\u00e4ngerzone mit zahlreichen Caf\u00e9s und Stra\u00dfenmusikanten. In einem der Caf\u00e9s g\u00f6nnen wir uns Tee und Scone, bevor wir einem Stra\u00dfenmusiker (eher Entertainer: Der Gesang war eher so medium, der Tanz daf\u00fcr umso kraftvoller und \u00fcbertriebener) im Park lauschten und Passanten beobachteten.<\/p>\n<p>Einziges Highlight so far: Eine \u00e4ltere Frau, die uns zutextete, zwei biologisch abbaubare Hundekotbeutel sowie diverse Wanderroutenflyer schenkte und am Rande erw\u00e4hnte, dass sie \u00fcber vier-f\u00fcnf Ecken mit der Queen verwandt ist (die ist n\u00e4mlich eine O&#8217;Brien, die \u00fcber Belfast nach England kam und&#8230; da hab ich den Faden verloren). Die freute sich unsere Bekanntschaft gemacht zu haben und lief weiter, nur um kurz darauf die n\u00e4chsten Unschuldigen zuzutexten. Jeder hat eben andere Hobbys.<\/p>\n<p>Nachdem der Artikel bis zu diesem Punkt geschrieben war, gingen wir noch einmal in unser Hostel, um uns f\u00fcr den Abend fertig zu machen. Das von uns <a href=\"http:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/MG_8679.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-2009\" src=\"http:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/MG_8679-300x200.jpg\" alt=\"_MG_8679\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/MG_8679-300x200.jpg 300w, https:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/MG_8679-1024x682.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>ausgew\u00e4hlte (und mit unseren Rucks\u00e4cken &#8222;dekorierte&#8220;) Bett war inzwischen belegt und wir mussten unseren Hostelwirt zu Hilfe rufen, um die Lage zu kl\u00e4ren. Positiv anzumerken: Jemand hatte gel\u00fcftet. Negativ: Es lagen weiterhin Haare auf den Betten. Egal: Auf in die Stadt \u2013 Hostel sch\u00f6ntrinken.<\/p>\n<p>Doch so schnell ging es dann doch nicht: Wir machten einen Abstecher Richtung Meer und genossen den frischen Wind an der K\u00fcste. Ich versuchte mich ein weiteres Mal an der Vogelfotografie, ein Mann schwamm durch das eiskalte Wasser und Lisa sammelte Muscheln. Durch den Hafen, bzw. das H\u00e4fchen schlenderten wir in eine Gasse voller Pubs. Im Spanish Arch Pub suchten wir uns einen Tisch in der N\u00e4he der B\u00fchne, bestellten Soup of the day und Onion Rings, tranken Guiness, Hoegaarden (was f\u00fcr ein Pot!) und Smithwicks Pale Ale (fruchtig!). Vom Hostel wollen wir an dieser Stelle lieber schweigen: Nur soviel \u2013 wir haben geschlafen und hatten nur dezent schnarchende Zimmergenossen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>7 Uhr morgens im Flannagans Village Hostel in Doolin: Kurz vor dem Wecker wache ich auf, sp\u00fcre leichten Muskelkater in den Beinen, h\u00f6re Regen auf das Dach prasseln, stehe auf und wecke Lisa. Wir schnappen uns unsere Sachen, machen uns fertig und verschwinden leise aus dem Hostel. Wir m\u00fcssen zum Bus. Schon wieder. Nach der [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,234],"tags":[],"class_list":["post-1999","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-uk"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1999","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1999"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1999\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2011,"href":"https:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1999\/revisions\/2011"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1999"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1999"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1999"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}