{"id":1678,"date":"2013-08-22T11:00:34","date_gmt":"2013-08-22T09:00:34","guid":{"rendered":"http:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/?p=1678"},"modified":"2014-06-01T21:29:52","modified_gmt":"2014-06-01T19:29:52","slug":"vom-glueck-verfolgt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/?p=1678","title":{"rendered":"Vom Gl\u00fcck verfolgt"},"content":{"rendered":"<p>Wenn ein Tag so wundersch\u00f6n beginnt, ist alles drin. Heute kam der Zug zu sp\u00e4t, die Weiche war dahin.<br \/>\nDer Zug war ungew\u00f6hnlich kalt, daf\u00fcr gibts einen Preis, als Kr\u00f6nung stanken Sitznachbarn irgendwie nach Schei\u00df.<br \/>\nGuten Morgen, liebe Sorgen seid ihr auch schon alle da?<br \/>\nHabt ihr auch so gut geschlafen, na dann ist ja alles klar!<br \/>\n<iframe loading=\"lazy\" src=\"\/\/www.youtube.com\/embed\/X94ZM-paqIc?rel=0\" height=\"435\" width=\"580\" allowfullscreen=\"\" frameborder=\"0\"><\/iframe><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Aber von vorn:<br \/>\nIm dunklen Doppelzimmer der Bajski Put 12 erwachten wir noch vor dem Weckerklingeln. Es war kurz vor neun, wir hatten also noch Zeit zum dusseln. Damit fertig, machten wir uns h\u00fcbsch und packten die Rucks\u00e4cke. W\u00e4hrend ich noch die letzten Sachen aus Bad und Fernsehbereich sammelte, machte sich Paul auf die Suche nach dem Besitzer der Villa Stefanija, um unser Geld loszuwerden (Es ist uns mittlerweile schon oft passiert, dass im Internet angepriesen war, die Unterkunft bes\u00e4\u00dfe ein Kartenleseger\u00e4t, in Wahrheit aber dann die Rezeptionisten vor uns mitleidig verneinten). Die T\u00fcr ging auf und ein gl\u00fccklicher Paul kam herein. Der \u00c4ltere der beiden Vermieter war scheinbar in Spendierlaune und hatte uns ganze 100 Serbische Dinar geschenkt. Hierbei handelt es sich um etwa 88 Cent, aber wir freuten uns trotzdem. Wir beschlossen das Verm\u00f6gen clever zu investieren und liefen mitsamt des Gep\u00e4cks (mal wieder) zum Souvenierladen in der Stadt. Die Frau begr\u00fc\u00dfte uns nicht wirklich herzlich, wir wussten aber auch gar nicht mehr genau, ob es sich um die Verk\u00e4uferin vom Vortag handelte. Wahrscheinlich hatte sich unsere Existenz schon so weit herumgesprochen, dass uns das ganze Kollegium dort kannte. Wir kauften zwei Postkarten, l\u00e4chelten und verabschiedeten uns mit einen schwungvollen &#8222;Dopr Dan&#8220;.<br \/>\nNoch hatten wir Zeit, bis der Zug planm\u00e4\u00dfig fahren sollte und unsere M\u00e4gen machten Radau. Die nahegelegenste Kartenzahlm\u00f6glichkeit war McDonalds. Wir sch\u00e4men uns nat\u00fcrlich in Grund und Boden, aber unser Hunger wurde mithilfe von 4 Cheeseburgern und einem kleinen Joghurt gestillt.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/wpid-IMG_20130821_114251.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"size-full aligncenter\" title=\"IMG_20130821_114251.jpg\" alt=\"image\" src=\"http:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/wpid-IMG_20130821_114251.jpg\" \/><\/a><\/p>\n<p>Der Weg zum Bahnhof ging schnell, doch dann standen wir da. Nirgends eine Tafel, auf der man Ankunft oder Abfahrt eines Zuges h\u00e4tte erkennen k\u00f6nnen. Nur ein etwas abgewrackter kleiner Fernseher, auf dem man weder St\u00e4dte, noch Zeiten, noch \u00fcberhaupt irgendetwas erkennen konnte. Wir machten es also wie alle anderen und setzten uns auf eine Bank direkt an der Gleisanlage. Unbeschwert und nichts ahnend beobachteten wir Leute und Z\u00fcge. Wir scherzten herum, dass unser Zug mit Sicherheit eine gewaltige Versp\u00e4tung haben wird und es besser w\u00e4re, schonmal loszulaufen. Nach einer Weile (unser Zug h\u00e4tte eigentlich schon da sein m\u00fcssen) kam ein Mann auf uns zu, der sich als Bahnmitarbeiter vorstellte. Er erkl\u00e4rte uns, dass es auf der Strecke ein Problem mit der Weiche g\u00e4be und der Zug so um die zwei bis drei Stunden sp\u00e4ter kommen w\u00fcrde. Wir h\u00e4tten uns eben nicht dr\u00fcber lustig machen sollen. Einerseits belustigt, andererseits ver\u00e4rgert sa\u00dfen wir nun also noch eine ganze Weile auf dem Bahnsteig in Subotica. Zwischendurch gesellte sich ein (Grenz?-) Polizist zu den Wartenden und kontrollierte von jedem Einzelnen den Ausweis. Er kam zu uns und fragte, woher wir kommen. Deutschland war die Antwort. &#8222;Oh Germany &#8211; OK&#8220; &#8211; und weg war er wieder. Merkw\u00fcrdig. Diese seltsame Passkontrolle und deren Grund konnten wir uns nicht erkl\u00e4ren. Die Zeit verging langsam, Paul fragte an der Info nochmal nach, wann denn mit dem Zug genau zu rechnen sei. Um eins. Und so war es dann auch &#8211; nahezu Punkt 13 Uhr schlich der EC \u00fcber die Gleise und hielt direkt vor unserer Nase. Endlich. Der Gro\u00dfraumwagen war einigerma\u00dfen voll, so mussten wir uns in einem Viererabteil dazusetzen. Dort sa\u00dfen bereits ein Mann (aus Griechenland) und ein Junge so um die 16 (k\u00f6nnte T\u00fcrkei, aber auch alles andere sein), der deutschen Rap anh\u00f6rte. In der Sitzgruppe stank es &#8211; anders kann man es nicht beschreiben. Und zwar nicht nach K\u00e4sef\u00fc\u00dfen oder Schwei\u00df, es roch eher als w\u00e4re jemand in (Hunde-) A-A getreten. Nichtsdestotrotz nahmen wir Platz. <a href=\"http:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/wpid-IMG_20130821_143924.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full\" title=\"IMG_20130821_143924.jpg\" alt=\"image\" src=\"http:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/wpid-IMG_20130821_143924.jpg\" \/><\/a><\/p>\n<p>Hauptsache sitzen und keine vier Stunden auf dem Gang hocken. Der Zug fuhr los, aber wir kamen nicht weit. Nach zwei Minuten hielten wir wieder &#8211; Pass-Kontrolle. Eingeplant war eine halbe Stunde, nach mehr als Einer kam dann mal jemand, der unsere Ausweise sehen wollte. Der Dementor war nicht sehr gr\u00fcndlich, im Gegensatz zu der ungarischen Kontrolle, die f\u00fcnf Minuten sp\u00e4ter erfolgte. Dieser \u00fcberpr\u00fcfte nicht nur genauestens die \u00c4hnlichkeit mit dem Bild, sondern sprach uns auch beim Namen an, um zu testen, ob und wie wir reagieren. Zu guter Letzt kamen hinter ihm noch zwei Polizisten mit Leiter (weil man an die Gep\u00e4ckablage sonst nicht rankommt) und ein Drogenhund, der kurz an unserer Kameratasche schn\u00fcffelte, bevor er weitergezerrt wurde. Die Fahrt wurde fortgesetzt. Bis auf den Fakt, dass der Zug unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig heruntergek\u00fchlt wurde und uns alles abfror, war die Fahrt relativ ereignislos. Da wir in den letzten Tagen so viel angeschaut und erlebt haben, g\u00f6nnten wir uns heute einen Ruhetag &#8211; wir beide kamen mit unseren B\u00fcchern weit voran. Mit insgesamt 3 Stunden und 15 Minuten Versp\u00e4tung erreichten wir Budapest. Unseren Umsteigeort. Wir hatten Hunger und &#8211; zu unserer Schande &#8211; wieder war nichts in der N\u00e4he bis auf ein McDonalds. Hier gaben wir uns jedoch mit einem kleinen Salat und einer Apfeltasche zufrieden. Ehrlicherweise haben wir uns auch nur f\u00fcr McDonalds entschieden, weil es dort bekannterweise eine ordentliche Toilette gab. Regelm\u00e4\u00dfige Leser werden sich erinnern, dass wir hier schon einmal 7 Stunden abgedr\u00fcckt haben.<br \/>\nBevor wir zum Bahnhof zur\u00fcckkehrten, statten wir dem nahegelegenen Spar einen Besuch ab und verpflegten uns mit belegten Baguettes und Waffeln, die wir dann wiederum im Gro\u00dfraumwagen des Zuges nach Wien Westbahnhof verdr\u00fcckten. Das Brot schmeckte zwar eher wie ein Fahrradreifen, aber immerhin mit So\u00dfe.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/wpid-IMG_20130821_132124.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"size-full aligncenter\" title=\"IMG_20130821_132124.jpg\" alt=\"image\" src=\"http:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/wpid-IMG_20130821_132124.jpg\" \/><\/a><\/p>\n<p>In Wien kamen wir p\u00fcnktlich an. Laut der Wegbeschreibung des Hostels mussten wir raus auf die Stra\u00dfe, uns nach links drehen und etwa 150 Meter laufen. Selten waren die Beschreibungen, die wir erhalten so kurz und verst\u00e4ndlich, wir fanden die Rezeption in Rekordzeit. Bei Eva (einer netten jungen Ho(s)telfrau) meldeten wir uns an, sie bot uns zun\u00e4chst einmal ein Bier an &#8211; nat\u00fcrlich aufs Haus. Da konnten wir nicht nein sagen und w\u00e4hrend wir an unseren Bierchen nippten, erkl\u00e4rte sie uns die H\u00e4uslichkeiten und gab uns einen groben \u00dcberblick \u00fcber die Sehensw\u00fcrdigkeiten der Stadt. Dankend liefen wir wieder auf die Stra\u00dfe und um die Ecke.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/wpid-IMG_20130821_233443.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"size-full aligncenter\" title=\"IMG_20130821_233443.jpg\" alt=\"image\" src=\"http:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/wpid-IMG_20130821_233443.jpg\" \/><\/a><\/p>\n<p>Unser Zimmer befand sich n\u00e4mlich nicht im Haupt-, sondern in einem Nebengeb\u00e4ude. Schnell hatten wir das Haus gefunden und mussten uns nun mit unserer elektronischen Karte in der riesigen Wohnung auf mehreren Etagen zurechtfinden. Im Kellergeschoss fanden wir dann unser F\u00fcnf-Mann-Zimmer S1. Als wir den Raum betraten, begr\u00fc\u00dften uns zwei junge Japaner und ein vermutlicher Spanier. Wir richteten uns kurz ein und machten uns dann noch einmal auf den Weg, um die Umgebung zu erkunden. Wir liefen bis fast in die Innenstadt, schlenderten durch die Einkaufsmeile und guckten links und rechts in die Schaufenster. Als die M\u00fcdigkeit kam, drehten wir um, machten uns im Hostel bettfertig und schliefen ein &#8211; ich im Einzel- und Paul \u00fcber einem Asiate im Doppelstockbett.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn ein Tag so wundersch\u00f6n beginnt, ist alles drin. Heute kam der Zug zu sp\u00e4t, die Weiche war dahin. Der Zug war ungew\u00f6hnlich kalt, daf\u00fcr gibts einen Preis, als Kr\u00f6nung stanken Sitznachbarn irgendwie nach Schei\u00df. Guten Morgen, liebe Sorgen seid ihr auch schon alle da? 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