{"id":1645,"date":"2013-08-19T00:09:17","date_gmt":"2013-08-18T22:09:17","guid":{"rendered":"http:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/?p=1645"},"modified":"2014-06-01T21:29:53","modified_gmt":"2014-06-01T19:29:53","slug":"bulgarien-neues-lieblingsland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/?p=1645","title":{"rendered":"Bulgarien, neues Lieblingsland"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/MG_7058.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-1650\" alt=\"_MG_7058\" src=\"http:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/MG_7058-1024x682.jpg\" width=\"580\" height=\"386\" srcset=\"https:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/MG_7058-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/MG_7058-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 580px) 100vw, 580px\" \/><\/a>Morgens um 6 in Bulgarien. Wir zwei Reisenden wurden unsanft aus unseren Betten geklingelt. Da wir schon am Vorabend unsere Rucks\u00e4cke fast fertig gepackt hatten, dauerte es nicht lang, bis wir abmarschbereit waren. Die T\u00fcr zur Rezeption war verschlossen (vielleicht war das junge Fr\u00e4ulein mit ihrem Kerl irgendwo versackt, vielleicht hat die Rezeption aber auch einfach nicht die ganze Nacht ge\u00f6ffnet) &#8211; wir lie\u00dfen also den Schl\u00fcssel stecken und machten uns auf den Weg zum Bahnhof.<!--more--><a href=\"http:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/MG_7072.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-1651\" style=\"margin-left: 8px;\" alt=\"_MG_7072\" src=\"http:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/MG_7072-200x300.jpg\" width=\"200\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/MG_7072-200x300.jpg 200w, https:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/MG_7072-682x1024.jpg 682w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a>Vor geschlossener T\u00fcr des Ticket- und Reservierungsschalters warteten wir gemeinsam mit einigen anderen Leuten darauf, dass sich die zwei Grazien hinter dem Eisentor dazu aufraffen, den Eingang freizugeben. Als dies dann geschah (und zwar keine Sekunde vor 7 Uhr), str\u00f6mten die Massen hinein und Paul wurde in der Reihe etwas nach hinten gedr\u00e4ngt. Ich wartete in der Zwischenzeit drau\u00dfen an den Gleisen und schaute abwechselnd nach drinnen und auf die Zeiger der Bahnhofsuhr. Ohne gr\u00f6\u00dfere Probleme bekam Paul zwei Reservierungen f\u00fcr den Zug, der mittlerweile schon auf Gleis 3 bereit stand. Nachdem wir -und alle anderen Mitfahrer- gnadenlos an der automatischen T\u00fcr gescheitert waren (sie funktionierte nicht mehr wirklich automatisch &#8211; man musste mit einem kr\u00e4ftigen Ruck am Griff ziehen, damit dann genau eine Person hindurch gehen konnte, bis sich die T\u00fcr ohne R\u00fccksicht auf Verluste wieder schloss), verscheuchten wir einen jungen Mann von unseren Pl\u00e4tzen, der es sich schon mit seinem Handy gem\u00fctlich gemacht hatte. Wir verstanden es zwar nicht ganz, aber wie sich herausstellte, hatte er den Sitz neben uns gebucht und brauchte nur etwas Abwechslung.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/MG_7020.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-1649\" style=\"margin-right: 8px;\" alt=\"_MG_7020\" src=\"http:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/MG_7020-300x200.jpg\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/MG_7020-300x200.jpg 300w, https:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/MG_7020-1024x682.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Die Zugfahrt war spektakul\u00e4r. Die bulgarische Landschaft ist einfach nur wundersch\u00f6n, Berge erheben sich links und rechts von der Bahnstrecke, kleine H\u00e4uschen stehen zwischen hohen B\u00e4umen und an felsigen Klippen. Durch das Gebirge schl\u00e4ngeln die Fl\u00fcsse und B\u00e4che, die Sonne strahlte vom Himmel &#8211; einfach perfekt. Wenn wir nicht gerade schliefen, lasen oder am Handy Fu\u00dfball spielten, klebten wir an den Fenstern des Zuges. Wir dachten uns, wenn Sofia nur halb so sch\u00f6n wird, wie das hier &#8211; dann lassen wir auf Bulgarien nichts mehr kommen. Und wir sollten nicht entt\u00e4uscht werden&#8230;<br \/>\nMit 15 Minuten Versp\u00e4tung (und damit ja fast Rekordzeit im positiven Sinne) erreichten wir den Bahnhof der Hauptstadt. Trotz den riesigen L\u00f6chern in unseren B\u00e4uchen f\u00fchrte der erste Weg zum internationalen Ticketschalter &#8211; wir wollten rechtzeitig ein Bett im Nachtzug nach Belgrad buchen. Uns erwartete eine lange Schlange aus Backpackern, die -wie es klang- alle dahin wollten. Wir waren endlich dran, da sagte uns die Frau hinter der Scheibe, dass wir doch bitte in einer Stunde wiederkommen m\u00f6gen, sie h\u00e4tte im Moment keinen Zugriff auf das System f\u00fcr die Z\u00fcge von morgen. Paul und ich stimmten \u00fcberein, dass sie so aussah, als wusste sie einfach nicht, wo sie das Datum im Computer umstellen kann. Wir hatten also unerwarteterweise noch eine Stunde Zeit. Es w\u00e4re sinnlos gewesen, erst zum Hostel und dann zur\u00fcck zum Bahnhof zu laufen, also k\u00fcmmerten wir uns erst um unseren riesigen Hunger. In einem kleinen Restaurant (ist wohl zu viel gesagt, aber ich belasse es dabei) bestellten wir bei einer sehr seltsam wirkenden und anscheinend verwirrten Kellnerin jeder eine Pizza. Nachdem sie am Nachbartisch jedes Getr\u00e4nk einzeln gebracht hatte, kam auch unser Essen nacheinander. Es schmeckte trotzdem und bezahlt haben wir auch nicht viel. Ges\u00e4ttigt versuchten wir es noch einmal am Schalter im Bahnhof. Die gleiche Frau wie vorher stellte uns die gleichen Fragen. Morgen. Belgrad. Nachtzug. Bett. Das Resultat: &#8222;Not possible&#8220;. Sie brabbelte noch irgendetwas in ihren nicht vorhandenen Bart und k\u00fcmmerte sich dann um den n\u00e4chsten Gast. Im Schalter neben ihr, hatte die Kollegin anscheinend mitgeh\u00f6rt und bat uns, zu ihr zu kommen. Innerhalb von 5 Minuten waren die letzten zwei Betten reserviert und wir konnten uns endlich auf die Suche nach dem Hostel machen.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/MG_7144.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-1653\" alt=\"_MG_7144\" src=\"http:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/MG_7144-682x1024.jpg\" width=\"580\" height=\"870\" srcset=\"https:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/MG_7144-682x1024.jpg 682w, https:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/MG_7144-200x300.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 580px) 100vw, 580px\" \/><\/a>Nach einer halben Stunde Fu\u00dfmarsch erreichten wir den Platz von Mazedonien, der in der Wegbeschreibung der Unterkunft als Orientierung angegeben war. Schnell fanden wir dann den Eingang und schon bald standen wir gemeinsam mit einer anderen \u00a0(vermutlich aus China stammenden)\u00a0Deutschen an der Rezeption vom Hostel Mostel. Die Dame hinter dem Tresen begr\u00fc\u00dfte uns sehr aufgeschlossen und freundlich. Obwohl sie Stress hatte, befragte sie uns nach unserer Reise (das Hostel ist riesig und der Empfangsraum vollgestopft mit junge Leuten &#8211; da darf man schon mal im Stress sein, zumal sie anscheinend alleine war). Sie zeigte uns auf dem Stadtplan die bedeutenden Sehensw\u00fcrdigkeiten und teilte uns alles Wichtige \u00fcber die Unterkunft mit. Unser Zimmer befand sich allerdings nicht im Hauptgeb\u00e4ude, sondern sie (wir wussten auch mal ihren Namen &#8211; sie hei\u00dft Minni, Ninni oder sowas in der Art) f\u00fchrte uns \u00fcber die gro\u00dfe Stra\u00dfe hin zu einem anderen Geb\u00e4ude und zeigte uns den Raum. Es sollte wohl ein Vier-Mann-Zimmer darstellen, mit einem Doppelstockbett und einem normalen Doppelbett, welches wir allerdings ganz f\u00fcr uns allein hatten. Dusche und Bad befanden sich auf dem Gang, doch auch diese waren von der Sauberkeit her vollkommen in Ordnung. Wir machten eine kurze Verschnaufpause, zogen uns dann um und liefen in die Innenstadt. Von der Rezeptionistin <a href=\"http:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/MG_7184.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-1652\" style=\"margin-left: 8px;\" alt=\"_MG_7184\" src=\"http:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/MG_7184-300x200.jpg\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/MG_7184-300x200.jpg 300w, https:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/MG_7184-1024x682.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>hatten wir erfahren, dass in der Einkaufsmeile heute ein gro\u00dfer Markt war &#8211; leider war davon nicht mehr viel zu sehen, deshalb begn\u00fcgten wir uns mit einem leckeren Eis. Nachdem genug Leute beobachtet waren, liefen wir weiter zu den anderen Sehensw\u00fcrdigkeiten. In einem Park vernahmen wir Ger\u00e4usche von Pfeifen und Vuvuzelas. Das klang ziemlich nach Demonstration. Schon vorher hatten wir gelesen, dass in Sofia zur Zeit (friedliche) Proteste gegen die Regierung im Laufen sind &#8211; und wir waren nun live dabei. Auf einer Kreuzung vor dem Regierungsgeb\u00e4ude hatten sich erstaunlich wenig aufgebrachte Bulgaren versammelt, die in Richtung des Hauses ihr Getr\u00f6te loslie\u00dfen. Ebenso konnten wir Fernseh\u00fcbertragungen beobachten und hatten die einmalige Chance bei einem Interview mitten durchs Bild zu laufen.<br \/>\nMit Tinnitus im Ohr gingen wir nun in die entgegengesetzte Richtung, wir wollten zur gro\u00dfen Kathedrale. Doch wir kamen nicht weit, denn die Polizei, Krankenwagen und Feuerwehr versperrten uns den Weg. \u00a0Auch viele Journalisten waren anwesend und knipsten flei\u00dfig Fotos. Wir kamen n\u00e4her und bekamen einen Schreck, Auf der Stra\u00dfe lagen \u00fcberall verschiedene Eisen-, Plastik- und undefinierbare Teile, ein Auto war an verschiedenen Stellen eingedr\u00fcckt und ein Mann wurde gerade von einem Sanit\u00e4ter behandelt. Auf den ersten Blick sah alles wie ein Autounfall aus, doch wir konnten uns diese Massen an Polizeiwagen nicht richtig erkl\u00e4ren. Um es vorweg zu nehmen: Am Abend recherchierten wir im Internet und fanden heraus, dass durch eine Gasexplosion ein Chinarestaurant in <a href=\"http:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/MG_7124.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft  wp-image-1655\" style=\"margin-right: 8px;\" alt=\"_MG_7124\" src=\"http:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/MG_7124-682x1024.jpg\" width=\"244\" height=\"365\" srcset=\"https:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/MG_7124-682x1024.jpg 682w, https:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/MG_7124-200x300.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 244px) 100vw, 244px\" \/><\/a>die Luft geflogen war. G\u00e4ste, Kellner und vorbeilaufende Menschen wurden verletzt, Autos besch\u00e4digt. Fast das komplette Inventar der Gastst\u00e4tte war auf die Stra\u00dfe geschleudert worden. Wir hatten also richtig Gl\u00fcck gehabt, dass wir einen Abstecher zur Demo gemacht haben&#8230;<br \/>\nImmernoch etwas aufgeregt setzten wir unseren Weg zur Kathedrale fort. Die Kirche ist pr\u00e4chtig geschm\u00fcckt, sie tr\u00e4gt ein goldenes Dach und hat viele runde Kuppeln. Wir stellten mehr und mehr fest, was f\u00fcr eine sch\u00f6ne Stadt Sofia doch ist. Weiter ging es, vorbei an anderen tollen Bauten, bis zur Moschee. Wir hatten Gl\u00fcck, denn als sie gerade in Sichtweite war, begann der Muezzin (oder besser: der Lautsprecher) zum Gebet zu rufen. Nie zuvor haben wir so etwas geh\u00f6rt, doch zu <del>unserer<\/del> meiner Verwunderung packte niemand seinen Teppich aus und betete nach Mekka.<br \/>\nAuf dem Heimweg kauften wir uns unterwegs noch ein Bier und eine Bacardi Rum-Wassermelonen-Mischung und leerten diese im Gruppenraum des Hostels. Zur\u00fcck in unserem Zimmer planten wir die n\u00e4chsten Tage, duschten uns fielen schlie\u00dflich zufrieden ins Bett.<br \/>\nGute Nacht, du sch\u00f6nes Sofia!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Morgens um 6 in Bulgarien. Wir zwei Reisenden wurden unsanft aus unseren Betten geklingelt. Da wir schon am Vorabend unsere Rucks\u00e4cke fast fertig gepackt hatten, dauerte es nicht lang, bis wir abmarschbereit waren. 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