{"id":1631,"date":"2013-08-18T16:51:47","date_gmt":"2013-08-18T14:51:47","guid":{"rendered":"http:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/?p=1631"},"modified":"2014-06-01T21:29:53","modified_gmt":"2014-06-01T19:29:53","slug":"friede-freude-bulgarischer-doener","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/?p=1631","title":{"rendered":"Friede, Freude, bulgarischer D\u00f6ner"},"content":{"rendered":"<p>Im halbdunklen Zimmer wachte ich auf. Unsere Zimmergenossin Ruth war schon gegangen, ihr Gep\u00e4ck verschwunden \u2013 wahrscheinlich setzt sie ihre Radtour fort. Doch das vierte Bett im Raum war jetzt belegt. Eine junge Frau lag darauf und schnarchte laut. W\u00e4hrend Lisa noch schlief, beendete ich meinen Constanta-Artikel.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/wpid-IMG_20130817_120846.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"size-full aligncenter\" title=\"IMG_20130817_120846.jpg\" alt=\"image\" src=\"http:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/wpid-IMG_20130817_120846.jpg\" \/><\/a><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Als Lisa schlie\u00dflich erwachte, stellte sich heraus, dass nicht alle so tief und friedlich geschlafen haben, wie ich. W\u00e4hrend ich das Schnarchen erst beim Aufwachen bemerkte, wurde Lisa in der Nacht davon geweckt und eine ganze Weile wach gehalten. Entsprechend schl\u00e4frig und auch ein bisschen w\u00fctend auf unsere schnarchende Kollegin sa\u00df sie nun im Bett und berichtete davon, dass auch Ruth nachts lange auf ihrem Bett gesessen habe und lautst\u00e4rkebedingt kein Auge zu tun konnte. Naja &#8211; immerhin ich startete frisch und gut ausgeschlafen in den Tag.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/wpid-IMG_20130817_202353.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"size-full aligncenter\" title=\"IMG_20130817_202353.jpg\" alt=\"image\" src=\"http:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/wpid-IMG_20130817_202353.jpg\" \/><\/a><\/p>\n<p>Kurz darauf wachte die Schnarcherin auf, packte ihre Sachen und verschwand so schnell, als h\u00e4tte sie von Lisas Quasi-Mordgedanken gewusst. Auch wir machten uns jetzt fertig. Neben dem winzigen Toilettenr\u00e4umchen* befand sich das Duschzimmer. Darin findet man zwei Waschbecken (an einem ist der Duschschlauch angeschlossen) und ein Abfluss in der Mitte des sehr schr\u00e4gen Bodens. Lisa entschied sich f\u00fcr die Variante \u201eSchnelles Aufwachen\u201c: Sie ging verschlafen in das Zimmer, nahm ihre Zahnb\u00fcrste, hielt sie unter den Wasserhahn, drehte auf und erwischte dabei bl\u00f6derweise das falsche Waschbecken \u2013 die Dusche sprang an und nur ein schnelles Zur\u00fcckweichen und Hahn abdrehen verhinderte, dass sie komplett durchn\u00e4sst wurde.<\/p>\n<p>Als wir endlich beide fertig waren, starteten wir Teil Eins des Tagesplans \u2013 Einkaufen. Erster Halt war die Hauptpost, wo ich in bestem Russisch ein paar \u043c\u0430\u0440\u043a\u0438 \u0434\u043e \u0413\u0435\u0440\u043c\u0430\u043d\u0438\u044f verlangte. Nachdem das geschafft war, war Zeit f\u00fcr Fr\u00fchst\u00fcck\/Mittagessen. Auf dem Marktplatz liefen wir zielstrebig zur \u0414\u044e\u043d\u0435\u0440-Bude und f\u00fcr 7 DM bekamen wir zwei wirklich gro\u00dfe, aber etwas ungew\u00f6hnliche D\u00f6ner: Statt des Fladenbrotes, dass man in Deutschland meist erh\u00e4lt, bekamen wir einen Teigfladen, \u00e4hnlich einem D\u00fcr\u00fcm, jedoch etwas dicker und gew\u00fcrzt, in den Fleisch, Salat und Pommes Frites eingerollt wurden. Im Gegensatz zu einem D\u00fcr\u00fcm erhielten wir keine l\u00e4ngliche Rolle, sondern eher eine Pyramide. Besonders war auch die So\u00dfe \u2013 sie war wei\u00df, ziemlich salzig und erinnerte entfernt an Frischk\u00e4se. Mutig wie ich bin, stimmte ich zus\u00e4tzlich einer scharfen So\u00dfe zu, welche ich am Anfang kaum herausschmeckte, welche mir gegen Ende aber doch ziemlich im Mund brannte.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/wpid-IMG_20130817_132306.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"size-full aligncenter\" title=\"IMG_20130817_132306.jpg\" alt=\"image\" src=\"http:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/wpid-IMG_20130817_132306.jpg\" \/><\/a><\/p>\n<p>Gut ges\u00e4ttigt von dieser bulgarischen D\u00f6nervariation war Lisa jetzt kaum zu halten: Unbedingt brauchte sie eine neue kurze Hose \u2013 und vielleicht noch ein sch\u00f6nes Sommerkleid \u2013 ganz wichtig! Also schlenderten wir die n\u00e4chste Zeit durch die Gassen und Gesch\u00e4fte, bis immerhin ein Teil des Wunsches erf\u00fcllt war: eine kurze Hose**. Nicht unterschlagen m\u00f6chten wir an dieser Stelle, dass auch ich auf meine Kosten kam: In dem englischen Buchladen \u201eShakespeare and Friends\u201c, erwarb ich Ian Flemings \u201eJames Bond: You only die twice\u201c.<\/p>\n<p>Die nette, aber etwas verplante Hostelmitarbeiterin hatte inzwischen wie besprochen unser Zimmer gewechselt und so fanden wir unsere Rucks\u00e4cke jetzt in dem eigentlich gebuchten Zwei-Bett-Zimmer. Wir bezahlten schnell noch die Unterkunft und lie\u00dfen unsere Rezeptionistin dann wieder mit einem Gast rumbl\u00f6deln \u2013 man merkte deutlich: da ist mehr als Freundschaft, da wird heftig geflirtet.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/wpid-IMG_20130817_203142.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"size-full aligncenter\" title=\"IMG_20130817_203142.jpg\" alt=\"image\" src=\"http:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/wpid-IMG_20130817_203142.jpg\" \/><\/a><\/p>\n<p>Wir wechselten schnell unsere Kleidung: Badesachen waren angesagt. Wir cremten uns mit Sonnencreme ein, lie\u00dfen alles Unn\u00f6tige in der Unterkunft und gingen schnurstracks zum Strand. Entgegen unseren Erwartungen war der Wind noch st\u00e4rker und die Wellen noch h\u00f6her als am Tag zuvor. Bei wehender, roter Warnfahne und unter den strengen Augen des Schwimmmeisters badeten in unserem Strandabschnitt etwa 20 Menschen. Niemand war weiter als 10-12 Meter vom Ufer entfernt und wer es doch wagte weiter hinauszuschwimmen, wurde streng zur\u00fcckgepfiffen. Zurecht muss man sagen: Die Wellen waren gigantisch und die Str\u00f6mung stark.Wir gesellten uns zu den Wagemutigen dazu und genossen die Erfrischung. Nach einer ganzen Weile entschieden wir uns so an den Strand zu setzen, dass die Wellen uns umsp\u00fclen konnten. Es war ein gro\u00dfer Spa\u00df, aber keine gute Idee, denn in meine Badehose sammelte sich ein gutes Kilo Sand, dass ich nur mit gro\u00dfer M\u00fche einigerma\u00dfen wieder los wurde.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/wpid-IMG_20130817_151720.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"size-full aligncenter\" title=\"IMG_20130817_151720.jpg\" alt=\"image\" src=\"http:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/wpid-IMG_20130817_151720.jpg\" \/><\/a><\/p>\n<p>Wir lagen noch lange in der Sonne, ich la\u00df ein bisschen und irgendwann machten wir uns auf den Weg zum Bahnhof, um die Reservierung nach Sofia zu buchen. Die Frau an der Kasse konnte sogar deutsch \u2013 war aber nicht willig eine Reservierung zu machen, ohne unsere Tickets \u2013 die hatten wir nicht mitgenommen. Bl\u00f6d. Sie noch zu holen war auch keine Option: Der Schalter sollte in 20 Minuten schlie\u00dfen. Doppelt bl\u00f6d. Es blieb nur die Reservierung vor der Abfahrt zu l\u00f6sen.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zum Hostel. Die Rezeptionistin lag mit einem Gast kuschelnd auf dem Sofa, wir nahmen uns unseren Zimmerschl\u00fcssel also einfach selbst von der Rezeption und gingen nach oben. Wir duschten Salz und Sand ab, sp\u00fclten unsere Badesachen aus und machten eine kurze Pause, bevor wir wieder in die Stadt gingen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/wpid-IMG_20130817_211022.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full\" style=\"margin-right: 8px;\" title=\"IMG_20130817_211022.jpg\" alt=\"image\" src=\"http:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/wpid-IMG_20130817_211022.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" \/><\/a><\/p>\n<p>Bei \u201eHappy \u2013 Bar&amp;Grill\u201c*** a\u00dfen wir als Vorspeise sogenanntes \u201eChicken-Popcorn\u201c. Lisa nahm f\u00fcr den Hauptgang Spaghetti mit K\u00e4sesauce, H\u00fchnerbruststreifen und Parmesan, ich entschied mich f\u00fcr \u201eCrispy Chicken Wraps\u201c mit Pommes Frites und K\u00e4se. Der wei\u00dfe, recht salzige K\u00e4se war gewisserma\u00dfen als Ketchup- oder Mayoersatz auf die Pommes gerieben \u2013 ich glaube es handelte sich um Frischk\u00e4se.<\/p>\n<p>Im Zentrum sa\u00dfen wir eine Weile auf dem Brunnen, bevor wir uns etwas Bier kauften, um auf der Hostelterrasse den Abend ausklingen zu lassen. W\u00e4hrend wir dort sa\u00dfen, kam dann noch kurz ein anderer Deutscher, der mit dem Auto von Deutschland, \u00fcber Prag, Bratislava, Sibiu (Rum\u00e4nien) und Bukarest nach Varna gefahren war und kurz von seinen Erfahrungen berichtete. Nachdem wir uns von ihm verabschiedet hatten, packten wir noch unsere Sachen und verschwanden im Bett. Ein entspannter<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full\" style=\"margin-left: 8px;\" title=\"IMG_20130817_210432.jpg\" alt=\"image\" src=\"http:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/wpid-IMG_20130817_210432.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" \/><\/p>\n<p>Tag im sehr sch\u00f6nen Varna ging zuende.<\/p>\n<p>*Wo man sich, wenn man denn m\u00f6chte, aufgrund der Positionierung des Waschbeckens, w\u00e4hrend des Gesch\u00e4fts die Z\u00e4hne putzen kann &#8211; Wie praktisch!<br \/>\n**Und weil im Rucksack kein passendes Oberteil vorhanden ist, musste auch noch ein neutrales Top her \u2013 ist doch klar ;)<br \/>\n***Grill-Restaurants sind hier scheinbar sehr beliebt. An jeder Ecke findet man eines..<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im halbdunklen Zimmer wachte ich auf. Unsere Zimmergenossin Ruth war schon gegangen, ihr Gep\u00e4ck verschwunden \u2013 wahrscheinlich setzt sie ihre Radtour fort. 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