{"id":1553,"date":"2013-08-13T15:33:55","date_gmt":"2013-08-13T13:33:55","guid":{"rendered":"http:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/?p=1553"},"modified":"2014-06-01T21:31:23","modified_gmt":"2014-06-01T19:31:23","slug":"wilde-reise-durch-die-nacht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/?p=1553","title":{"rendered":"Wilde Reise durch die Nacht"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/wpid-PANO_20130812_134630.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full\" title=\"PANO_20130812_134630.jpg\" alt=\"image\" src=\"http:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/wpid-PANO_20130812_134630.jpg\" \/><\/a><\/p>\n<p>Es war morgens um 8, als wir in Zilina<br \/>\nerwachten. Wir nahmen die W\u00e4sche ab, packten unsere Rucks\u00e4cke, machten uns fertig und a\u00dfen unsere letzten 5ct Br\u00f6tchen aus dem Tesco mit Wienern und Ketchup. Es w\u00fcrde ein langer Tag werden, das war uns klar. Ziel: Die rum\u00e4nische Stadt Brasov in Transilvanien. Reisedauer:<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Fast 24 Stunden. Zuerst sollte es mit einem Regionalzug etwa 2,5h von Zilina nach Bratislava gehen. Nach kurzer Pause von dort etwa 2h weiter mit einem EC (EuroCity) nach Budapest und von dort schlie\u00dflich mit dem Nachtzug nach Brasov. 13,5h lang. Wenn man jetzt die Umsteigezeiten addiert, ist man bei knapp einem Tag. Aber auch das ist Interrail: Zugfahrten geh\u00f6ren dazu. Und wenn ich ehrlich sein soll: Ich freute mich tierisch auf den Nachtzug.<br \/>\nDoch zuerst einmal mussten wir auschecken. An der Rezeption sa\u00df eine etwa 50-j\u00e4hrige Frau, die ganz gut Deutsch konnte und uns eine sch\u00f6ne Weiterreise w\u00fcnschte. Wir verabschiedeten uns und liefen zum Bahnhof. In der Bahnhofshalle herrschte reges Treiben: Familien und vereinzelte Backpacker warteten auf die Anzeige des Gleises auf der Anzeigetafel, ein Mann schob in Schlangenlinien eine Reinigungsmaschine durch die G\u00e4nge und ein \u00e4lterer Herr pr\u00fcgelte in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden auf den Kaffeeautomat ein, der dann auch brav Geld ausspuckte.<\/p>\n<p>Unser Zug hatte, nat\u00fcrlich m\u00f6chte man fast sagen, Versp\u00e4tung und das Gleis wurde erst 5 Minuten vor Ankunft angek\u00fcndigt.*<br \/>\nWir fanden einen Sitzplatz in einem schon teilweise besetzten Abteil und gondelten nun Bratislava entgegen. Unsere Abteilgenossen stiegen aus und wurden durch neue ersetzt &#8211; sonst passierte nichts besonderes. Naja, au\u00dfer dass die Versp\u00e4tung sich auf 30 Minuten verl\u00e4ngerte.<\/p>\n<p>In Bratislava blieb Lisa beim Gep\u00e4ck und ich reihte mich am Ticketschalter &#8222;Domestic and International Trains&#8220; in die Schlange ein. Die junge Frau konnte mir dann auch eine Reservierung f\u00fcr den EC nach Budapest machen, der in etwa 1,5h fahren sollte. F\u00fcr insgesamt 4 Euro gab es zwei Sitzpl\u00e4tze. Bei dem Versuch den Nachtzug nach Brasov zu buchen wurde es schwierig. Obwohl ich ihr Zeit und Zugnummer gab, dauerte es eine Weile, bis sie den Zug (ein echter EN &#8211; EuroNight) im System fand. &#8222;Okay .. seat rrrreservation?&#8220; &#8211; &#8222;I would prefer a bed.&#8220; &#8211; &#8222;&#8230; ??? &#8230;&#8220; &#8211; &#8222;A bed. (ich machte eine Schlafgeste)&#8220; &#8211; &#8222;aaahhhh. sorrrrrrry &#8230; &#8220; Wieder begann sie in ihrem Computer zu suchen und ich machte mir langsam Sorgen von den hinter mir Wartenden gelyncht zu werden. Endlich fand sie es: &#8222;no. no bed. full.&#8220;<br \/>\nUnverrichteter Ding zog ich wieder ab. Nach kurzer Krisenbesprechung und n\u00e4herem Studium des Fahrplans gingen wir gemeinsam an einen anderen Schalter. Die dort t\u00e4tige Dame sprach viel besser Englisch und nach kurzem Hin und Her hatten wir eine Reservierung in einem anderen Nachtzug. Dieser fuhr in Budapest erst 23.30 Uhr ab (im Gegensatz zu 19.10 Uhr wie eigentlich geplant), aber 13 Stunden im Sitzen verbringen wollten wir auch nicht. F\u00fcr gar nicht so g\u00fcnstige 32,40 Euro war die Buchung gemacht und alles perfekt.<br \/>\nEs wird jetzt kaum noch jemanden \u00fcberraschen: Der EC nach Budapest hatte selbstverst\u00e4ndlich (die fast schon obligatorische) Versp\u00e4tung. Mit 15 Minuten Versp\u00e4tungen (die der Zug -wie sich das geh\u00f6rt- noch ausbaute) ging es auf nach Budapest. In unserem Abteil sa\u00df ein italienisches Ehepaar und eine junge Slowakin mit Kind. Auch hier gibt es nichts nennenswertes zu berichten. Es war eine Zugfahrt und wir kannten die Strecke &#8211; ich fuhr sie zum dritten Mal.<br \/>\nBudapest. 7 Stunden. Kein einziger Forint. Kein kleiner Euroschein zum Wechseln (und 50 Euro verbraten wollten wir auch nicht) und wenn ich etwas abgehoben h\u00e4tte, h\u00e4tte ich Geb\u00fchren zahlen m\u00fcssen. Also blieb uns nur etwas zu suchen, wo wir mit Karte zahlen k\u00f6nnen. Trips ins Stadtzentrum waren auch nicht m\u00f6glich &#8211; denn Schlie\u00dff\u00e4cher kann man nicht mit Karte zahlen. Schade.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/MG_6611.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-1574\" alt=\"_MG_6611\" src=\"http:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/MG_6611-682x1024.jpg\" width=\"580\" height=\"870\" srcset=\"https:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/MG_6611-682x1024.jpg 682w, https:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/MG_6611-200x300.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 580px) 100vw, 580px\" \/><\/a><br \/>\nEs begann -entgegen aller guten Vors\u00e4tze- unser Fast-Food-Marathon im Bahnhofsviertel. Zuerst ein kleines Men\u00fc bei BurgerKing, wo wir dann noch \u00fcber eine Stunde lang die Leichtathletik-WM in Moskau verfolgten. Dann KFC, wo wir einen kleinen Milchshake kauften und noch 1,5 Stunden absa\u00dfen. wir beobachteten das Geschehen im Restaurant und lauschten den deutschen Backpackern die vom Szigetfestival berichteten. Den Abschluss bildete McDonalds, wo ich einen Salat kaufte und Lisa einen Cappuccino. Auch hier bissen wir uns eine Stunde fest, bevor wir -kurz vor Ladenschluss- die Flucht ergriffen.<br \/>\nAuf dem Bahnhof suchten wir uns eine Bank, machten Fotos, quatschten und beobachten die Bereitsstellung der Z\u00fcge. 22:50 Uhr kam endlich der lang erwartete Nachtzug. Wir suchten unseren Wagen (413), begr\u00fc\u00dften die Schlafwagenbegleiterin und gaben ihr, wie in Nachtz\u00fcgen \u00fcblich, unsere Tickets und die Reservierung. In unserem Abteil hatte es sich bereits ein Mann gem\u00fctlich gemacht, der -wie sich herausstellte- aus \u00d6sterreich kam. Wir machten uns &#8222;bettfertig&#8220;, bauten und bezogen unsere Betten und schliefen sofort ein, als der Zug anrollte und das rhythmische Scheppern begann.<\/p>\n<p>*F\u00fcr mich sind diese sp\u00e4ten Ank\u00fcndigungen ein Mysterium: man muss doch wissen wo ein Zug ankommt, bevor er in Sichtweite ist&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es war morgens um 8, als wir in Zilina erwachten. Wir nahmen die W\u00e4sche ab, packten unsere Rucks\u00e4cke, machten uns fertig und a\u00dfen unsere letzten 5ct Br\u00f6tchen aus dem Tesco mit Wienern und Ketchup. Es w\u00fcrde ein langer Tag werden, das war uns klar. Ziel: Die rum\u00e4nische Stadt Brasov in Transilvanien. 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