{"id":1535,"date":"2013-08-11T20:18:13","date_gmt":"2013-08-11T18:18:13","guid":{"rendered":"http:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/?p=1535"},"modified":"2014-06-01T21:31:23","modified_gmt":"2014-06-01T19:31:23","slug":"berschick-no-reservation-but-we-have-rooms","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/?p=1535","title":{"rendered":"&#8222;Berschick? No reservation, but we have rooms.&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Der Morgen begann, wie der Abend endete. Mit rumwuselnden Spaniern, Stimmengequirl vor dem Fenster und Regen. Das Gewitter hatte in der Nacht \u00fcber der Stadt gew\u00fctet und die Luft hatte sich dadurch erheblich abgek\u00fchlt. Zu unserem Gl\u00fcck, denn heute standen wieder knapp 7 Stunden Zug fahren auf dem Plan. Und da tat der k\u00fchle Wind unseren Gem\u00fctern ganz gut.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/MG_6382.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-1540\" alt=\"_MG_6382\" src=\"http:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/MG_6382-682x1024.jpg\" width=\"580\" height=\"870\" srcset=\"https:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/MG_6382-682x1024.jpg 682w, https:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/MG_6382-200x300.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 580px) 100vw, 580px\" \/><\/a><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Doch zun\u00e4chst machten wir uns abfahrbereit und profitierten das zweite und letzte Mal von unserem Inklusivfr\u00fchst\u00fcck. Wir waren die ersten in der K\u00fcche und kamen so zu der Ehre mit noch nicht geschmolzenem K\u00e4se und normal riechender Wurst unsere Brote zu belegen. Diese packten wir ein und schmuggelten sie so unauff\u00e4llig wie m\u00f6glich an der Rezeptionistin vorbei. Am Bahnhof hatten wir dann noch kurz Zeit und verspeisten in der Wartehalle unser Proviant. Gegen 8 machten wir uns auf Richtung Gleis. Wir konnten froh sein, dass wir zeitig genug die Wartehalle verlie\u00dfen, denn der Weg zu den Plattformen zog sich ewig in die L\u00e4nge. Wenn man das nicht wei\u00df, kann man schon leicht in Schwulit\u00e4ten geraten.<\/p>\n<p>Wir stiegen also in den Zug, der uns nach Katowice bringen sollte. Es war unerwarteter Weise ein hochmoderner Schnellzug, sogar mit Klimaanlage. Das allererste Mal im Urlaub w\u00fcnschten wir uns eine Heizung. Der Zug wurde auf gef\u00fchlte -13\u00b0C heruntergek\u00fchlt und da es drau\u00dfen schon nicht so warm war, waren wir einer Erfrierung nahe. Eine Passagierin vor uns fragte den Schaffner, ob er die Temperatur nicht etwas nach oben korrigieren k\u00f6nnte, er willigte ein und stellte die Gradzahl auf 23. Es dauerte ein paar Minuten, bis eine \u00c4nderung stattfand &#8211; es wurde k\u00e4lter. Der &#8222;Schnellzug&#8220; raste mit einer unglaublichen Geschwindigkeit von 9km\/h durch die Landschaft. Ausschlie\u00dflich vor und nach Bahnh\u00f6fen tourte der Zugf\u00fchrer sein Gef\u00e4hrt auf knapp 100km\/h hoch &#8211; wahrscheinlich zwecks des guten Eindrucks an den Gleisen. Mit kalten F\u00fc\u00dfen betraten wir den Bahnhof in Katowice. Dieser war sehr belebt und hatte Internet. Traumzustand. Wir kauften eine Flasche Wasser, Salzstangen und ein merkw\u00fcrdig aussehendes, aber sehr gut schmeckendes Geb\u00e4ckst\u00fcck (eine Art Br\u00f6tchen mit Zucker und Zimt) und packten uns ein Lunchpacket f\u00fcr die kommende Fahrt zusammen. Die Zeit war gekommen, uns wieder ans Gleis zu begeben. Es war ca. um 11 &#8211; und an der elektronischen Anzeigetafel stand nicht, wie erwartet, unser Zug, sondern einer, der gegen 9 fahren sollte. Wir hatten sofort den richtigen Riecher und waren uns sicher, dass nun erstmal alle Z\u00fcge, die Versp\u00e4tung haben, auf unserem Gleis durchgelotst werden sollen. So kam es, dass 2 Z\u00fcge, jeweils 2-3 Stunden zu sp\u00e4t, hielten, w\u00e4hrend unserer wahrscheinlich auf freier Strecke vor dem Bahnhof darauf wartet, auch eine Versp\u00e4tung zu kassieren.\u00a0<a href=\"http:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/MG_6389.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-1533\" style=\"margin: 8px;\" alt=\"_MG_6389\" src=\"http:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/MG_6389-300x200.jpg\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/MG_6389-300x200.jpg 300w, https:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/MG_6389-1024x682.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Dieser Zug war weniger klimatisiert, wieder ein Gro\u00dfraumwagen und sollte uns nach Bohumin bringen. Die unspektakul\u00e4re Zugfahrt beendeten wir mit einem wesentlich spektakul\u00e4rerem Aufenthalt in der Kleinstadt. Gegen\u00fcber des Bahnhofs befand sich ein kleiner (und mit kleiner meine ich wirklich winzig kleiner) Supermarkt. Wir beschlossen uns noch etwas feste Nahrung zuzulegen und gingen mit einer Banane, ein paar Muffins und einem Br\u00f6tchen zur Kasse. Da Bohumin in Tschechien liegt und wir selbstverst\u00e4ndlich keine Kronen dabei hatten, mussten wir die 1,50 Euro mit Karte zahlen. Die Frau hinter dem Band schaute etwas verwirrt drein, als pl\u00f6tzlich ihr komplettes Kartenleseger\u00e4t auf deutsch war &#8211; eine Sprache, die sie absolut nicht beherrschte. Wir versuchten ihr zu erkl\u00e4ren, dass wir nur etwas unterschreiben m\u00fcssen und dann ein Beleg sowohl f\u00fcr sie, als auch f\u00fcr uns rauskommt. Doch unsere Mit-H\u00e4nden-Und-F\u00fc\u00dfen-Technik funktionierte nur so medium. Eine j\u00fcngere Kollegin brachte dann wieder Ordnung in das Chaos, wir bekamen unsere Karte wieder, gingen zur\u00fcck zum Bahnhof und st\u00e4rkten uns.<\/p>\n<p>Nun stand der letzte Zug des Tages auf dem Plan &#8211; es sollte nach Zilina gehen.\u00a0Wir setzten uns in ein Abteil, in dem schon ein junger Mann sa\u00df. Es stellte sich heraus, dass er ein wenig deutsch sprach, da er eine Zeit lang in M\u00fcnchen gearbeitet hat. Ein richtiges Gespr\u00e4ch kam trotz allem nicht zustande, was wohl auch daran lag, dass er schon an der n\u00e4chsten Station aussteigen musste. Dann stieg ein Mann zu, der sich sofort sehr offen zeige und uns mit Handschlag begr\u00fc\u00dfte. Es war Nick aus New York. Nick macht eine Europa-Tour \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum und arbeitet normalerweise bei &#8222;einem der besseren&#8220; Rock-Radiosender in den USA. Mit ihm zu quatschen war wirklich interessant &#8211; am Ende stimmten Paul und ich jedoch \u00fcberein, dass ein kleiner Schaden seinerseits wohl nicht zu verleugnen war.<\/p>\n<p>Der Zug erreichte Zilina p\u00fcnktlich. Mit der angegeben Adresse war dann auch die empfohlene Pension schnell zu finden. Die werte Frau Bullova hatte uns am Vortag versprochen, ein Doppelzimmer zu reservieren. Im Eingangsbereich trafen wir auf viele gut gekleidete M\u00e4nner und Damen, vermutlich fand hier gerade irgendein Event statt &#8211; auch sonst machte das Haus einen noblen Eindruck. Ein wenig underdressed gingen wir zur Rezeption, stellten uns vor und fragten nach unserem Zimmer. &#8222;Berschick? No reservation. But we have rooms.&#8220; &#8211; zu deutsch: Frau Bullova hatte unsere Bitte offensichtlich vergessen, aber in der Herberge gab es noch freie Zimmer. Wir hatten also Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck und bekamen Schl\u00fcssel und Fernbedienungen f\u00fcr den Raum 106 in die Hand gedr\u00fcckt. In der 1. Etage befand sich ein niedliches kleines Doppelzimmer mit Bad, ordentlicher Dusche und sogar einem Fernseher, der sich uns in der folgenden Zeit als sehr n\u00fctzlich herausstellte.<\/p>\n<p>Wir machten uns breit und suchten dann in der Stadt nach einer M\u00f6glichkeit einzukaufen. Auf einem kleinen Marktplatz gab es ein viel zu gro\u00dfes Einkaufszentrum, wir gingen zu Billa und kauften uns ein gro\u00dfes Abendbrot mit Tomaten, Brot und Belag, Bier, ein paar Weintrauben und vielem mehr. Au\u00dferdem dachten wir vorausschauend und nahmen auch noch etwas als Wanderproviant f\u00fcr den folgenden Tag mit. Wieder in der Unterkunft schauten wir die Leichtathletik-WM auf Slowakisch und verspeisten unser Gekauftes. Da sich der Ketchup (den wir nat\u00fcrlich unbedingt f\u00fcr die Wiener brauchten) bei W\u00e4rme nicht lange h\u00e4lt, bauten wir einen K\u00fchlschrank aus einem Becher und kaltem Wasser. Not macht erfinderisch oder wie hei\u00dft das Sprichwort?<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/IMG_6397.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-1539\" alt=\"IMG_6397\" src=\"http:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/IMG_6397-1024x682.jpg\" width=\"580\" height=\"386\" srcset=\"https:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/IMG_6397-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/IMG_6397-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 580px) 100vw, 580px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Am Abend gingen wir noch eine kleine Runde durch die Stadt, betrachteten Kirche und ein zweites riesiges Einkaufszentrum (!!!), um dann geduscht in die Betten zu fallen und zu schlafen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Morgen begann, wie der Abend endete. 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