{"id":1509,"date":"2013-08-09T01:04:25","date_gmt":"2013-08-08T23:04:25","guid":{"rendered":"http:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/?p=1509"},"modified":"2014-06-01T21:31:23","modified_gmt":"2014-06-01T19:31:23","slug":"sagten-wir-was-von-groesstem-abenteuer-schon-erlebt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/?p=1509","title":{"rendered":"Sagten wir was von gr\u00f6\u00dftem Abenteuer schon erlebt?"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/MG_6134.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-1514\" style=\"margin-left: 10px; margin-right: 10px;\" alt=\"_MG_6134\" src=\"http:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/MG_6134-300x200.jpg\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/MG_6134-300x200.jpg 300w, https:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/MG_6134-1024x682.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Alles begann in unserem sch\u00f6nen Doppelzimmer in Ilawa. Die Sonne schien, die Bahnarbeiter waren schon wieder auf ihren Baustellen, das Haus war still und wir ausgeruht. Der Wecker klingelte uns gegen viertel 8 aus den Betten, wir duschten und packten unsere Sachen zusammen. Im Lidl nebenan versorgen wir uns mit Wasser, Obst, K\u00e4se, etwas Wurst und Br\u00f6tchen. Wir hatten Gl\u00fcck, der Supermarkt \u00f6ffnete um 8 und wir konnten mit der fr\u00fchmorgendlichen Masse durch die G\u00e4nge str\u00f6men. Dieser Lidl hat zur \u00d6ffnungszeit mehr Kunden, als L\u00e4den in Crimmitschau kurz vor Weihnachten. Aber das nur am Rande. <!--more--> Wir machten uns auf den Weg zum Bahnhof, warteten ein paar Minuten in der Wartehalle, bis unser Zug in Richtung Krakau etwas zu sp\u00e4t auf dem Bahnsteig eintrudelte. Im Abteil hatten sich zwei M\u00e4nner bereits gem\u00fctlich eingerichtet, wir packten unser Fr\u00fchst\u00fcck aus und angesteckt vom Geruch unserer leckeren Wurst, begannen auch die Beiden ihre Brote auszupacken. Dreieinhalb ziemlich ereignislose Stunden sp\u00e4ter war Warschau in Sicht &#8211; die H\u00e4lfte der Fahrt also<a href=\"http:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/MG_6164.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-1518\" style=\"margin: 8px;\" alt=\"_MG_6164\" src=\"http:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/MG_6164-300x200.jpg\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/MG_6164-300x200.jpg 300w, https:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/MG_6164-1024x682.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>geschafft. Es kam, wie es kommen musste. Wir beschwerten uns \u00fcber Langeweile und \u00f6de Landschaft &#8211; prompt wurde uns ca. 1 Stunde vor Krakau mal wieder bewiesen, dass Polen auch anders kann. Wir standen. Standen 5 Minuten, standen 10 Minuten. Dann: eine Durchsage (die im \u00dcbrigen in Polen NIE auf Englisch gemacht werden). Von unseren Abteilkameraden (unsere Konstellation hatte sich in Warschau ge\u00e4ndert &#8211; nun teilten wir die Pl\u00e4tze mit einer Mutter mit Sohn, einem unsympathischen jungen Mann und 2 Frauen in unserem Alter) erfuhren wir, dass wir die folgende Stunde auf freier Strecke verbringen sollten. Die Hitze war fast unertr\u00e4glich, 37\u00b0C im Schatten waren gemeldet. Die Sonne, die wir fr\u00fch noch als angenehm empfanden, wurde mehr und mehr zum verhassten Element. Und wir standen. Nach einer Stunde und 2 Litern Wasser sp\u00e4ter kl\u00e4rte uns eine nette \u00e4ltere Frau, die mittlerweile in unser Abteil gewechselt war &#8211; keiner wei\u00df warum &#8211; , dar\u00fcber auf, dass die Wartezeit auf &#8222;sto minuti&#8220; (zu deutsch: 100 Minuten) verl\u00e4ngert werden sollte. Missmutig schauten wir aus den Fenstern. Die meisten Leute standen mittlerweile drau\u00dfen vor dem Zug, alle T\u00fcren waren ge\u00f6ffnet und Menschen jeden Alters entleerten ihre Blasen AUF dem gegen\u00fcberliegenden Gleis. Wir hatten Gl\u00fcck, wir fanden ein deutsches Paar, die Frau konnte polnisch und wir erfuhren, dass nicht unser Zug das Problem war, sondern vielmehr der vor uns. Dieser hatte wohl eine Panne und f\u00fcr uns gab es keine M\u00f6glichkeit ihn zu umfahren. Nachdem gute 100 Minuten um waren, geschah exakt: nichts. Wir standen noch immer. Viele Reisende flohen nun schon und bestellten sich Taxen oder hielten auf der nahegelegenen Stra\u00dfe Autos an. Eine Gro\u00dffamilie, die offenbar von Krakau aus den Flieger nehmen wollte, bekam ein Taxi vom Bahnunternehmen gestellt (in diesem Fall war die Krisenkommunikation besser ausgereift, als in Slupsk). Der Rest der Masse musste verharren, die Vorh\u00e4nge an den Fenstern so gut wie m\u00f6glich zuziehen oder sich ein Pl\u00e4tzchen im (nicht vorhandenen) Schatten suchen.<a href=\"http:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/MG_6162.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-1515\" alt=\"_MG_6162\" src=\"http:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/MG_6162-1024x682.jpg\" width=\"580\" height=\"386\" srcset=\"https:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/MG_6162-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/MG_6162-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 580px) 100vw, 580px\" \/><\/a>Eine gestresste Bahnmitarbeiterin drehte mit ihrem Kaffeew\u00e4gelchen eine Runde und verteilte kostenlose Wasserflaschen. Das war &#8211; wie sich herausstellte &#8211; eine ausgesprochen gute Idee, wo doch kurz darauf der Krankenwagen zwei Waggons weiter hielt und eine aufgeregte Schaffnerin dem Transporter entgegenlief. Wir konnten bisher nicht herausfinden, was genau passiert war, doch aufgrund der Gegebenheiten ist anzunehmen, dass jemand dehydriert ohnm\u00e4chtig geworden ist. Wir standen also. Und immer mehr Menschen verlie\u00dfen uns. Ganze Pilgergruppen mit Kindern machten sich auf den Weg zur n\u00e4chsten gro\u00dfen Stra\u00dfe und somit zum n\u00e4chsten Dorf. Zur n\u00e4chsten Stadt waren es selbst mit dem Zug noch 30 Minuten. Nach knapp 3 Stunden zeichnete sich eine Ver\u00e4nderung ab. Die Schaffner verfielen in Eile, Pfeifen trillerten und die Massen, die bisher in der Wiese sa\u00dfen, str\u00f6mten zu den T\u00fcren. Der Zug fuhr wieder los. Dann die Schocknachricht: nicht direkt nach Krakau, sondern einen riesigen Umweg, sodass wir (wenn wir Gl\u00fcck haben) erst gegen um 10 dort ankommen. Momentan ist es um 6. Das ist der aktuelle Stand. Paul holt im &#8222;Bordbistro&#8220; etwas zu essen, ich sitze noch immer schwitzend im Abteil und lausche hin und wieder den Deutschen, ob es Neuigkeiten gibt. Gibt es nicht. Wir fahren. Und das ist schonmal besser als stehen.<\/p>\n<p>19:27 &#8211; Durchsage. Nichts verstanden.<\/p>\n<p>19:35 &#8211; Wir halten. In Zawiercie. Oder so. Weit weg von Krakau.<\/p>\n<p>19:39 &#8211; Die Polizei bringt Wasser in den Zug. Guter Plan, denn dem Bistro gehen die Getr\u00e4nke aus.<\/p>\n<p>19:43 &#8211; Wir fahren weiter. 19:49 &#8211; Wir kriegen noch eine Flasche Wasser.<\/p>\n<p>20:12 &#8211; Wir glauben nicht mehr daran, dass nur der Zug vor uns das Problem war. Wir tuckeln mit Durchschnittsgeschwindigkeit 30 hier entlang und alle <a href=\"http:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/MG_6216.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-1516\" style=\"margin: 10px;\" alt=\"_MG_6216\" src=\"http:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/MG_6216-300x200.jpg\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/MG_6216-300x200.jpg 300w, https:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/MG_6216-1024x682.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>anderen Z\u00fcge \u00fcberholen und 5 mal so schnell. Das kann nicht normal sein.<\/p>\n<p>Wir sind da! Ungelogen Punkt 22 Uhr hielt der Zug in Krakow Glowny. Auch das Hostel war schnell gefunden. Zwar mussten wir noch einige Zeit warten, bis wir endlich einchecken konnten (bei einer Gruppe Nordeurop\u00e4er ging wohl bei der Buchung etwas schief), doch dann bezogen wir unsere Doppelstockbetten im 12-Mann-Zimmer. Es gab noch ein kleines Missverst\u00e4ndnis mit 2 Mitbewohnerinnen, die wohl unsere auserw\u00e4hlten Betten als ihre ansahen &#8211; oder umgekehrt &#8211; doch am Ende war alles gekl\u00e4rt, wir haben uns in der Altstadt noch etwas kleines zu Essen und zu Trinken (HONIGBIER und eines mit Passionsfrucht) geg\u00f6nnt und jetzt legen wir uns in die Bettchen. So ein Tag nichts machen, kann n\u00e4mlich auch anstrengend sein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Blick aus dem Fenster unseres Hostels:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/IMG_20130809_003310.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-1517\" alt=\"IMG_20130809_003310\" src=\"http:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/IMG_20130809_003310-1024x768.jpg\" width=\"580\" height=\"435\" srcset=\"https:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/IMG_20130809_003310-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/IMG_20130809_003310-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 580px) 100vw, 580px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Alles begann in unserem sch\u00f6nen Doppelzimmer in Ilawa. 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