{"id":1193,"date":"2012-08-14T20:51:53","date_gmt":"2012-08-14T18:51:53","guid":{"rendered":"http:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/?p=1193"},"modified":"2013-07-05T14:40:50","modified_gmt":"2013-07-05T12:40:50","slug":"luxus-aus-sudtirol","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/allgemeine-gefahrenstelle.de\/?p=1193","title":{"rendered":"Luxus aus S\u00fcdtirol"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><a class=\"thickbox\" title=\"Hauptplatz von Bologna\" href=\"http:\/\/lh6.ggpht.com\/-q6ix720YqRU\/UClzUqqOO1I\/AAAAAAAABbk\/70N_Y2_Xxkc\/h700\/_MG_2487.JPG\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" title=\"Hauptplatz von Bologna\" alt=\"_MG_2487.JPG\" src=\"http:\/\/lh6.ggpht.com\/-q6ix720YqRU\/UClzUqqOO1I\/AAAAAAAABbk\/70N_Y2_Xxkc\/w500\/_MG_2487.JPG\" width=\"500\" height=\"333\" \/><\/a><\/p>\n<p>Wir f\u00fchlten uns wie auf Klassenfahrt, als wir die Treppen hinunter zum Speiseraum nahmen. Die bunten Gel\u00e4nder, die Holztische mit passenden St\u00fchlen, die stets freundlich l\u00e4chelnde Frau an der Rezeption &#8211; man f\u00fchlte sich einfach wieder wie in der Grundschule, als man noch Ausfl\u00fcge in die Jugendherberge in Sch\u00f6nheide machte.<br \/>\nNach dem Fr\u00fchst\u00fcck (welches diesmal etwas gro\u00dfz\u00fcgiger ausfiel) sammelten wir unsere sieben Sachen und gingen durch die wundersch\u00f6ne Innenstadt Villachs zum Bahnhof. Der traurige Moment war nun gekommen &#8211; wir mussten unseren mitreisenden Erik in den n\u00e4chsten Zug nach Warschau stopfen und hoffen, dass er schlau genug ist, seine n\u00e4chsten Umsteigebahnh\u00f6fe selbst zu finden, um dann p\u00fcnktlich in Crimmitschau anzukommen (im Nachhinein wissen wir jetzt, dass er es nicht p\u00fcnktlich schaffte &#8211; er schrieb irgendwas mit 23:21 in Zwickau [kurz nach 9 Uhr am fr\u00fchen morgen begann seine Reise] &#8211; unser Beileid, Erik!). Nach einem letzten Selbstausl\u00f6ser, medium-vielen Tsch\u00fcssrufen und vielem Gewinke fuhr sein Zug los und wir zwei \u00dcbriggebliebenen suchten unser eigenes Gleis. Der Zug kam p\u00fcnktlich, wir blieben sitzen bis zum Endhalt Udine und stiegen um nach Venedig Mestre. Dort reservierten wir einen Sitzplatz im Eurostar, der uns von Bologna nach Rom bringen sollte (als Paul nach einiger Wartezeit an der Reihe war, kommunizierte er ausschlie\u00dflich auf italienisch &#8211; wunderbar!). Der n\u00e4chste Zug wartete bereits auf uns und wir fuhren weiter nach Bologna, die Fahrt an sich war ziemlich ereignislos. In der Heimatstadt von Spaghetti Bolognese angekommen, war es an der Zeit eine Unterkunft zu finden. Das gestaltete sich etwas schwieriger als vorerst gedacht. Nach einigem Herumirren in gro\u00dfen und kleineren Stra\u00dfen beschlossen wir in einer Apotheke nachzufragen, ob es hier in der Umgebung billige Ho(s)tels gibt (eine Apotheke ist durch wenig neugierige Zuschauer daf\u00fcr sehr gut geeignet). <a class=\"thickbox\" title=\"Gasse in Bologna\" href=\"http:\/\/lh3.ggpht.com\/-Z2TRRRuzxVQ\/UClzYZzod8I\/AAAAAAAABbk\/d_zxwbErrLA\/h700\/_MG_2467.JPG\"><img decoding=\"async\" class=\"alignright\" title=\"Gasse in Bologna\" alt=\"_MG_2467.JPG\" src=\"http:\/\/lh3.ggpht.com\/-Z2TRRRuzxVQ\/UClzYZzod8I\/AAAAAAAABbk\/d_zxwbErrLA\/h300\/_MG_2467.JPG\" width=\"275\" \/><\/a> Die zwei typisch italienischen Angestellten unterhielten sich in einer Schnelligkeit miteinander, dass einem schon Himmelangst wurde. Ein klein bisschen langsamer versuchte der gut gebr\u00e4unte dunkelhaarige Mann mit Drei-Tage-Bart Paul zu erkl\u00e4ren, dass es in der N\u00e4he mehrere &#8222;Bed &amp; Breakfast&#8220; gebe, er aber nicht genau w\u00fcsste, wie viel so etwas kostet &#8211; Paul hat sehr erfolgreich so getan, als h\u00e4tte er alles verstanden. Ein paar wichtige Schlagw\u00f6rter reicher, schlugen wir die uns angegebene Richtung ein und fanden &#8211; nichts. Die genannte Stra\u00dfe gab es zwar, aber die Unterkunft mussten wir \u00fcbersehen haben. An einer Kreuzung schauten wir uns um, als pl\u00f6tzlich ein kleiner grauhaariger Mann mit seinem Fahrrad auf uns zu kam. &#8222;You are looking for bed&amp;breakfast?&#8220; fragte er, wir bejahten. &#8222;I have bed&amp;breakfast. Do you want to see?&#8220;. Klar, warum nicht. Er f\u00fchrte uns zu einem Geb\u00e4ude, an dem wir gerade vorbeigelaufen waren. Tats\u00e4chlich hing neben der T\u00fcr ein kleines Schild, welches auf eine derartige Unterkunft hinwies. Der Mann fragte uns, woher wir kommen. Als wir ihm erz\u00e4hlten, dass wir Deutsche sind, begann sein Gesicht regelrecht zu strahlen: &#8222;Ich bin auch Deutscher! Also eigentlich komme ich aus S\u00fcdtirol, aber meine Mutter kommt aus M\u00fcnchen!&#8220;. Was f\u00fcr ein sch\u00f6ner Zufall, der sich sogleich noch mehr f\u00fcr uns lohnen sollte: &#8222;Die Unterkunft w\u00e4re 65\u20ac f\u00fcr zwei, aber weil ihr Deutsche seid mache ich 50!&#8220;. Das Zimmer war der reinste Luxus. Wir hatten ein eigenes Bad mit Dusche, WC und Bidet, ein Ehebett, eine Klimaanlage, einen Fernsehr mit vielen sch\u00f6nen italienischen Sendern, ein gro\u00dfes Fenster, einen \u00fcberdimensionalen Schrank und viele kleine niedliche Deko-Gegenst\u00e4nde. Als wir uns breit gemacht und eingerichtet hatten, beschlossen wir, uns die Stadt anzuschauen und unseren riesigen Hunger zu stillen. Daf\u00fcr wollten wir uns leckere Panini g\u00f6nnen. In einem Imbiss versprach man uns, schmackhafte Sandwiches zuzubereiten und wir k\u00f6nnten in der Zeit drau\u00dfen sitzen und warten. Na gut. Wir sa\u00dfen und warteten eine Weile. Und dann kamen &#8230; keine Panini. Was kam, waren ausgetrocknete K\u00e4se- und Schinkenscheibchen in einem trockenen Hamburger-Br\u00f6tchen, die im Mund gr\u00f6\u00dfer wurden, sobald man kaute. Wenigstens gab es eine Cola dazu, insgesamt war es aber einfach nur \u00fcberteuert. Etwas entt\u00e4uscht statteten wir nun der Altstadt einen Besuch ab. Der Anblick dieser alten, wundersch\u00f6n gestalteten Geb\u00e4ude entsch\u00e4digte alles. Uns fiel auf, dass die 2 T\u00fcrme, die in der Stadt alles \u00fcberragten vollkommen schief in der Landschaft standen. Sp\u00e4ter fanden wir heraus, dass Bologna fr\u00fcher ausschlie\u00dflich aus T\u00fcrmen bestand, die sich Adelsleute aus Schutz- und Angebergr\u00fcnden bauten (Wikipedia spricht von \u00fcber 180 T\u00fcrmen, von denen heute aber nur noch wenig zu sehen sei). Der Schr\u00e4gste, noch stehende Turm hat eine Neigung von 3,2m auf 48m H\u00f6he &#8211; das sieht <a class=\"thickbox\" title=\"Turm in Bologna\" href=\"http:\/\/lh5.ggpht.com\/-bQ_ZBSyv0KA\/UClzb1ccscI\/AAAAAAAABbk\/FzTfYuiebiU\/h700\/_MG_2457.JPG\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft\" title=\"Turm in Bologna\" alt=\"_MG_2457.JPG\" src=\"http:\/\/lh5.ggpht.com\/-bQ_ZBSyv0KA\/UClzb1ccscI\/AAAAAAAABbk\/FzTfYuiebiU\/s300\/_MG_2457.JPG\" width=\"300\" \/><\/a> wirklich gef\u00e4hrlich aus, wenn man drunter steht. Wir liefen noch eine Weile durch die Stra\u00dfen und bewunderten die grandiosen alten Bauwerke. Auffallend waren die vielen Bauger\u00fcste an den Geb\u00e4uden &#8211; uns fiel ein, dass wir ja genau in der Erdbebenregion sind. Somit erkl\u00e4re sich auch der fehlende Putz an vielen W\u00e4nden. Es war ziemlich warm und wir entwickelten eine Lust auf Eis. In einer Eisdiele mit viel Auswahl stoppten wir. Da ich in Italien noch nie ein Eis gegessen hatte, wusste ich nich nicht, dass man hier nach Portion bezahlt und nicht nach Anzahl der Kugeln. Also bekam ich eben nur eine Sorte, n\u00e4mlich Melone, im Gegensatz zu Paul, der Zitrone und Erdbeere f\u00fcr den gleichen Preis verdr\u00fccken konnte. Gest\u00e4rkt gingen wir vorerst zur\u00fcck in die Unterkunft und informierten uns etwas \u00fcber die Stadt. Sp\u00e4ter flanierten (wir sollten uns echt mal ein anderes Wort daf\u00fcr \u00fcberlegen) noch ein bisschen durch die sch\u00f6n beleuchteten G\u00e4sschen, tranken etwas und genossen das warme Wetter und viele wild durcheinander quatschende Italiener.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir f\u00fchlten uns wie auf Klassenfahrt, als wir die Treppen hinunter zum Speiseraum nahmen. Die bunten Gel\u00e4nder, die Holztische mit passenden St\u00fchlen, die stets freundlich l\u00e4chelnde Frau an der Rezeption &#8211; man f\u00fchlte sich einfach wieder wie in der Grundschule, als man noch Ausfl\u00fcge in die Jugendherberge in Sch\u00f6nheide machte. 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