Warm.

_MG_1627.JPG Hatte ich erwähnt, dass es sagenhaft warm ist? Gestern Nacht als wir durch Breslau schlenderten, zeigte ein Thermometer einer APTEKA 23,5 Grad Celsius an und im Moment schwitzen wir in einem sehr alten polnischen Regionalzug mit ausgesprochen unbequemen Hartplastik-Sitzen vor uns hin und hoffen auf Besserung der Lage.
Gern würde ich schreiben „die polnische Landschaft rauscht an uns vorbei“, aber man soll ja nicht lügen. Dieser Zug ist der Inbegriff von Langsamkeit – das Einzige was wirklich schnell geht, sind die Stopps an den kleinen Provinzbahnhöfen: Kaum steht der Zug springen mechanisch alle Türen auf – und keine halbe Minute später gehen sie wieder zu und der Zug fährt ab. Wer hier aussteigen will, muss schnell sein.
[pe2-gallery class=“alignleft“ ] _MG_1620.JPG_MG_1617.JPG_MG_1618.JPG[/pe2-gallery]

Wroclaw – Eine Stadt trumpft auf

_MG_1532.JPG Wir haben vorher viel Positives gelesen und gehört, aber Wroclaw (oder Breslau) ist wirklich sehenswert.
Nichtsdestotrotz sollten wir vorn beginnen – 9:15 Uhr am Bahnhof Crimmitschau. Wir trafen uns also zu besagter Zeit und stiegen in den um etwa 10 Minuten verspäteten Zug nach Leipzig. Die Fahrt darf man getrost als ereignisarm bezeichnen und auch die Weiterfahrt nach Dresden war kein besonderes Highlight.
Wir erreichten Dresden am Hauptbahnhof und begaben uns für ein kleines Mittagsmahl zu McDonalds. Das war  recht einfallslos, das geben wir auch zu, aber die Möglichkeiten waren begrenzt. Mit den Resten des McD-Essens bestiegen wir den Zug nach Wroclaw Glowny. Dieser Zug der DB war leider viel zu modern und direkt – also kein sympathisch-nostaligischer Museumszug mehr.  Schade.
_MG_1557.JPG Um uns herum begannen zunehmend mehr Menschen polnisch zu reden und irgendwann waren wir dann in Wroclaw. Wir schoben uns aus dem erstaunlich hübschen Bahnhof und begaben uns auf die Suche nach einem Hostel. Wir mussten nicht weit laufen als wir das Babel Hostel erreichten. Über eine etwas seltsame Klingelanlage gelangte man in das Haus und im zweiten Stock fanden wir schließlich das Hostel.
Ein Mann begrüßte uns, nannte uns die 3 Preiskategorien und zeigte uns die Zimmer. Das 10 bed dorm sollte es schließlich werden. Zahlen konnten wir mangels Zloty leider nicht, weshalb wir Eriks Ausweis hinterlegten und Geld wechseln gingen. Erik spielte hier den Testballon und wurde mit einem desaströsen Wechselkurs abgestraft. Egal. Es reichte zum Bezahlen des Hostels und wir konnten endlich ins Zentrum laufen.
Und jetzt wurde es gewissermaßen magisch: Breslau ist wirklich eine Reise wert. Die Innenstadt ist wunderbar restauriert und zeigt sich von ihrer allerbesten Seite. Der Marktplatz ist fantastisch, aber auch die Region rund um den Fluss (die Oder) mit ihren Inseln ist sehr hübsch. Wir besuchten eine Kirche und wanderten ausgiebig durch die Straßen.
Irgendwann wurden wir hungrig und so kamen wir schließlich in ein kleines Restaurant in der Nähe des Marktes. Wir aßen gebratene Piroggen mit Remoulade, tranken polnisches Bier und schloßen Freundschaft mit der Kellnerin. Es war einfach herrlich.
Zum Tagesabschluss flanierten wir (zusammen mit den zahlreichen Studenten/innen) durch die Stadt und landeten schließlich auf den Inseln in der Oder, die ein echter Treffpunkt der örtlichen Jugend zu sein scheinen. Wir drehten ausgiebige Runden und verkosteten dabei weitere lokale Biersorten.
Irgendwann zog es uns dann doch wieder Richtung Hostel und genau da sind wir jetzt. Um es knapp zu sagen: Breslau ist eine wundervolle Stadt voller glücklicher, junger Menschen. Fast schon ein Paradies.

Weitere Details gibt es demnächst!
[pe2-gallery class=“alignleft“ ] _MG_1530.JPG_MG_1531.JPG_MG_1553.JPG_MG_1534.JPG_MG_1518.JPG[/pe2-gallery]