Das Altstadt-Neustadt-Problem

Was uns hier in den osteuropaeischen Staedten immer wieder auffaellt ist die oftmals marode Bausubstanz. Ein besonderes Phaenomen allerdings ist der krasse Kontrast zwischen der (historischen) Innenstadt und den Randgebieten/der Neustadt. Waehrend die Altstadt top in Schuss und wirklich sehenswert ist, besteht der Rest der Stadt aus haesslichen Neubau-Bloecken aus der Zeit vor ’89. Es gibt hier durchaus Paralellen zu vielen Staedten in unserer Region, aber es faellt hier viel deutlicher auf.

Prag – Die Reise beginnt

P1040163.JPG Wir sind in Prag. Station 1 unserer Reise ist erreicht und wir haben schon eine Menge erlebt.
Der Tag begann am Bahnhof Crimmitschau, wo wir von Hannah und Lisa verabschiedet worden – Danke nochmal!*
Zwickau war schnell erreicht und mit Zeitung und frischem Handy-Guthaben ging es in den Zug nach Dresden. Der Zug besaß die hochgelobte Neigetechnik und der Lokführer versuchte scheinbar die Verspätung wieder herauszuholen – Resultat: Uns war streckenweise nicht ganz wohl und dank unseres Sitzplatzes an den Toiletten sahen wir, dass es vielen noch schlimmer ging. Ein älterer Herr übergab sich 4 Mal – das letzte Mal vorm Aussteigen – gegen die Tür.
Aber auch solche Fahrten gehen vorüber und in Dresden unternahmen wir etwas gegen das Rest-Unwohlsein. Wir gingen Essen.
P1040151.JPG Die weitere Fahrt war etwas komplizierter: Mit der S-Bahn nach Bad Schandau und von dort über Schöna nach Decin, wo uns ein wahrlich fantastischer Zug erwartete..
Ich komme ins Schwärmen wenn ich darüber nachdenke. Es war ein relativ altes Modell (zumindest in meiner Zeitrechnung – die ja 1992 beginnt) mit kleinen, gutgepolsterten und abschließbaren Abteilen. Fenster konnte man öffnen, Tische herunterklappbar, Licht zum Anschalten und .. spätestens jetzt haltet ihr mich für verrückt.
Der Bahnhof in Prag wirkt im Inneren des Neubaus recht modern – leider trübt der Altbau den Eindruck. Der ist zwar an sich ein prächtiges Gebäude, wirkt aber eher wie eine Ruine.
Nichtsdestotrotz ist Prag eine schöne Stadt. Nach etwas planlosem Herumgestolpere durch Bahnhof und Straßen erreichten wir dann die Touristeninfo, die leider sehr inkompetent wirkte – man schickte uns zum Unterkunft suchen ans andere Ende der Stadt. Zum Glück liefen wir kurz im Kreis und entdeckten RITCHIES HOTEL & HOSTEL, wo wir für 17,5€ (Europreise mit Kommastellen lassen hier überall die 0 vermissen, was wohl daran liegt, dass Kronenpreise kein Komma haben) pro Kopf im 12 Bett Zimmer mit Schränkchen und Internet.
Gepäck wurde eingeschlossen und nach 2 Minuten zu Fuß standen wir mitten auf der Karlsbrücke. Die andere Flussseite wurde dann solang erkundet, bis der Hunger uns in ein Restaurant trieb. Auf Vorspeise folgte Hauptgericht und danach kam ein Eis – dazu ein Staropramen. Etwa 800 Kc leichter (15% Servicepauschale und 30Kc Gedeckpreis waren schon enthalten) ging es eine weitere Runde durch das sich verdunkelnde Prag. Beeindruckend!

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*von mir persönlich noch ein Dank an meine liebe Frau Mutter für Para und Brumbrum

Das Versagen der Regenschirme

Donnerstag – der letzte Tag unseres Berlinaufenthalts und nicht nur wir waren traurig. Der Himmel passte sich unser Stimmung an und beschenkte uns mit reichhaltigen Regengüssen. Frisurbewusst wie Lisa ist und Kapuzenlos wie ihre Jacken sind, standen wir vor einem Problem: Wasser + Lisas Haare = Großes Haarchaos.
S6306615.JPG Glücklicherweise besitzt das Eastern Comfort eine freundliche Rezeption und lieh uns nicht nur einen Regenschirm, sondern verriet uns auch, wo man in der Nähe günstig welche kaufen kann. Der erste Leihschirm versagte dann leider schon beim Aufspannen und Nummer 2 war auch nicht mehr ganz in Form – aber er genügte vorerst.
Der eigentliche Tagesplan sah so aus: 1. Aufstehen, 2. Bloggen, 3. Auschecken, 4. ins Schwimmbad gehen, 5. Heimreise. (Zwischen etwa jedem der Punkte kann man hier „Essen“ einfügen) Die sogenannte „Technische Schließzeit“ in den Berliner Hallenbädern durchkreuzte unseren Plan blöderweise und wir mussten auf Plan B zurückgreifen. Nach, vor und während des Bloggens kommt hier der Punkt „Duschen“ und das „Schwimmbad“ ersetzten wir durch das „Deutsche Technikmuseum“.
S6306654.JPG Wir finden, dass es nicht der schlechteste Ersatz war. Für vergleichsweise wenig Geld (3,50€ Ermäßigt, 6€ Normal – vgl. Sealife: ~25€, Wachsfiguren: ~20€) wurde hier extrem viel geboten: 2 Lokschuppen voller Züge und Wagons, eine riesige Halle mit Schiffen im EG und Flugzeugen an der Decke, Dampfmaschinen, der Sonderausstellung „Erster Computer – Z1“, viele interessante Ausstellungsstücke im Bereich Filmtechnik, Fotografie, Medizin, Chemie, … . Und im Gegensatz zu vielen anderen Museen durfte viel angefasst und probiert werden. Für Kinder gab es kleine Loren zum Selbstschieben und in jedem Raum irgendetwas zum spielerisch Lernen. (Eigentlich ein prima Konzept: „Kinder spielen, Eltern genießen Museum“ – so auch bei uns – nur spielten wir beide gern)
S6306649.JPG Nach einem kleinen Abstecher ins Museumscafe, begann die Rückfahrt zum Schiff. Ein kleiner Zwischenstop am Schlesischen Tor (wo wir früh ein fantastisches Frühstück, mit fantastischem kostenlosen Obst genossen hatten) bescherte uns einen neuen Regenschirm und gut ausgestattet sammelten wir im Schiff unsere sieben Sachen.
Ich will euch keine Illusionen machen: Auf dem Weg zum S-Bahnhof kam der Wind und mit ihm ging die Stabilität des Schirms: Eine Spitze riss ab und mit großer Regelmäßigkeit kehrte er sich um – für Lisa eine Katastrophe, für mich lustig ohne Ende.
Am Bahnhof gab es dann eine original PizzaHut Pan Pizza mit Thunfisch und viele unterhaltsame Menschen zum Beobachten. Der Zug nach Dessau kam dann mit zu verschmerzenden 2,5 Minuten Verspätung und machte auch sonst keine Probleme. Die Bauhausstadt Dessau zeigte sich beim Umsteigen dann leider von ihrer besten Seite: Ein volltrunkener, verlottert aussehender Mann erzählte uns eine ganze Menge – wir verstanden herzlich wenig.
Vollkommen friedlich und ereignisarm endete der Rest der Fahrt dann wieder im heimischen Crimmitschau. Schade Schade Schade.

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Bis zur nächsten Reise!
Lisa und Paul

Unterwelten, Wohnung, Hardrock

Und wieder einmal sitze ich auf dem Unterdeck des Schiffes und schaue auf die Spree (unter uns: Der Blick ist durchaus lohnenswert). Über die Oberbaumbrücke mit ihren 2 schönen Ziegeltürmen fährt gerade eine der leuchtend gelben U-Bahnen und auch die ersten Touristenschiffe schippern schon über den Fluss.
S6306618.JPG Aber ich sitze nicht nur hier um die Schönheit zu genießen, sondern auch weil es hier WLAN gibt und ich euch ja schließlich kurz informieren möchte was so passiert ist.
Gestern war wettertechnisch nicht perfekt (grau dafür meist trocken) und aus Angst davor durchweicht zu werden, haben wir uns für „Indoor-Activities“ entschieden (auf Deutsch könnte man sagen: Wir haben uns hauptsächlich drinnen, also unter Dächern aufgehalten). Wir begannen unseren Tag am Gesundbrunnen und besorgten uns schon im Voraus Tickets für eine Unterweltenführung Tour 1. Um die Zeit bis zum Rundgang zu überbrücken, gingen wir (besser als tags zuvor) frühstücken.
Nun begann die Führung. Zwei nette Herren zeigten uns viele unterirdische Räume und Gänge, die früher als Luftschutzbunker genutzt wurden. Leider mussten wir einen kleinen „Schwächeanfall“ verkraften, der Lisa für einige Zeit die Kraft raubte. Doch nach der anschließenden Shoppingtour im Gesundbrunnen-Center gings ihr wieder gut. Vielleicht sogar besser als vorher.
Als unser Geld alle war, beschlossen wir vorerst zum Schiff zurückzukehren. Dort verbrachten wir die Zeit in der Lounge der Eastern Comfort – mit einem Berliner Weiße Himbeer, jeder Menge Postkarten und dem Internet.
Um ca. 18:30 Uhr stiegen wir erneut in die S-Bahn, folgten ihr bis zum Besarin Platz und suchten die Löwestraße. Gefunden. Ein schönes Haus in ruhiger Lage mit großem Hinterhof. Perfekt oder? Auch die Wohnung ließ (fast) keine Wünsche offen. Ein großes Wohnzimmer, darin ein Hochbett, eine offene Küche und ausreichend Platz für Schreibtisch und diverse Schränke. Das relativ große Bad mit Badewanne und allem was nun mal in ein Bad gehört, wurde ebenfalls allen Anforderungen gerecht. Ein Glück ist auch die Miete noch im Rahmen. Ob ich Chancen habe, kann ich schlecht einschätzen – die momentanen Mieter hatten (unerwartet) großen Ansturm.
S6306544.JPG Als wir das geschafft hatten, begaben wir uns auf den Weg zum Hardrock Cafe. Selbstverständlich war kein Tisch für Zwei frei – also bekamen wir einen Piepser, der sich sofort meldete, wenn ein Tisch frei wurde. In der Zwischenzeit vergnügten wir uns im angrenzenden Souvenirshop. Dann gabs Hamham – sprich: Sandwich mit verschiedenen Belegen, Pommes und Salat. Das war leider so unendlich viel, dass wir auf den Salat und 5 Pommes verzichten mussten.
Es folgte nun noch ein kleiner Verdauungsspaziergang durch die Innenstadt und schließlich auf dem Deck des Schiffes noch eine kleine Quatsch- und Entspannungsrunde, dann gings in Bettchen.

Und nun … an unserem letzten Tag … gehen wir ins Technik-Museum. Ob sich Lisa das gut überlegt hat, mich dahin zu begleiten?

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„Ich will frühstücken gehen, Paul! Hungeeer!“ <– Die Chefin hat gesprochen!

Uni, Wohnung und viel mehr..

Guten Morgen!
Es ist Mittwoch und die Sonne scheint – leider nicht mehr. Der Wetterbericht hatte wohl recht – Montag/Dienstag schön, Mittwoch/Donnerstag eher grau und kühl. Das ist jetzt aber kein Grund für Traurigkeit – denn heute steht tagesplantechnisch eher Innenraum auf dem Plan.

S6306489.JPG Der gestrige Tag stand ganz im Zeichen meines kommenden Studiums. Wir sind mit der U-Bahn nach Dahlem gefahren und haben einen Blick auf die FU geworfen. Das Ganze war höchst aufschlussreich: Die Uni liegt in einem sehr ruhigen, grünen Villenviertel. Die Parks und Grünanlagen sind gepflegt, die Straßen sauber und man glaubt kaum, dass man noch in Berlin ist – vom geschäftigen Straßenlärm der Innenstadt ist hier nichts zu spüren. Die Uni selbst besteht ja -soviel wusste ich vorher auch schon- aus den Hauptgebäuden Rost- bzw. Silberlaube und vielen kleineren Instituten. Wie das in der Praxis aussieht, davon konnten wir uns gestern überzeugen: Das Hauptgebäude wirkt riesig – nie enden wollende Gänge, unzählige Abzweigungen, … und dazu ein begrünter Innenhof und die fantastisch schöne philologische Bibliothek – man muss sagen: Der Komplex ist ein sehenswertes Objekt. Das Verblüffenste waren aber die Nebengebäude und Institute: Wenn man durch die Straßen der Gegend schlendert, sieht man immer wieder kleine blaue Schilder an unscheinbaren Häusern und Villen FU-Berlin – Institut für blablabla.
Nach einer kleinen Auszeit auf der frischgemähten Wiese eines Parks, starteten wir wieder in Richtung Western Comfort – unserer Unterkunft – wo wir uns der Wohnungssuche im Internet hingaben.
Das wurde prompt belohnt und punkt 20 Uhr standen wir vor einem etwas verlottert wirkenden Haus in Prenzlauer Berg und schauten uns eine Wohnung an, deren Hauptmerkmal die Dusche war. Sie befindet sich nämlich in der Küche – zwischen Kühlschrank und Gewürzregal sozusagen.
Vollkommen fasziniert von dieser etwas ungewöhlichen Wohnung, setzten wir uns auf eine Bank an der Schönhauser Allee und beobachteten die vorbeiströmenden Menschenmassen – immer wieder lohnenswert muss ich sagen. Leider verhinderte eine Mischung aus S-Bahn-Verspätung und Planlosigkeit unsererseits, dass wir pünktlich zum letzten Einlass am Reichstagsgebäude ankamen und so begnügten wir uns mit einem kleinen Spaziergang an der Spree und beschlossen das ganze heute noch einmal zu versuchen. Wünscht uns Glück.

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P.s.: Wir sind dann mal frühstücken ;D – genießt die Bilder! KORREKTUR: Bilder folgen heute Nachmittag/Abend – technisches Problem. Entschuldigung. Bilder jetzt nachgereicht. Heute ist scheinbar Ego-Tag (Lisa ist so kamerascheu :[ )