Anstrengung in Split

P1040291.JPG Was für eine sagenhafte Hitze. Als wir heut früh halb erholt aus dem Zug stolperten und uns am Hafen zum Ausruhen auf eine Bank setzten, ahnten wir nicht, was uns erwarten würde.
Zunächst einmal liefen wir auf der Suche nach einer Unterkunft in einen Konzum um ein kleines Frühstück zu organisieren. Wir hatten seit Stunden nichts nennenswertes zu uns genommen und stopften jetzt allerlei Kram (Kekse, Crossaints, Schoko-/Fruchtmilch, Saft, Eistee) in uns herein. Gut gesättigt fanden wir ein Hostel und reservierten uns ein Plätzchen – Check-out sollte erst 10 Uhr beginnen, es war aber nicht mal 9. Also legten wir das Gepäck ab und spazierten durch die Innenstadt (antik. Palast des Diokletian – sehr hübsche Säulen und Bögen – aber nicht auf dem
offenen Feld wie in Rom [vgl. Forum Romanum] sondern integriert in die Innenstadt.) Split ist im ganzen recht schön – Straßen und Fußwege teilweise aus Marmor, schön sanierte Gebäude, .. Aber eben auch touristisch geprägt. Was auch auffällt: recht viele beschmierte Wände (was ich entziffern konnte war hauptsächlich Schwulenfeindlich, rechtsradikal [u.A. SS-Rune] oder es befasste sich mit Fußball. Auch Vandalismus ist hier und da ein Problem und an weiter außerhalb gelegenen Orten liegen seltsame Müllberge am Straßenrand. Aber im Großen und ganzen ist es hier sehr ordentlich – aber die genannten Ausnahmen fielen irgendwie auf – vielleicht auch nur weil der Rest so gepflegt ist.
P1040278.JPG Zum Zeitschinden ging es dann noch an den Nordstrand der Halbinsel – auch das lohnenswert: grün, weitgehend naturbelassen.
Check-in (noch 3 Dänen [groß, blond] und ein Brite [kleiner, rundlich, dunkelhaarig] auf dem Zimmer – mit Klima!!), Siesta und dann Strand. Wasser ist schön warm, Strand aber steinig, dafür nicht so überlaufen (auch war weit und breit keine Liege zu sehen).
Ziemlich erschöpft wanderten wir noch auf den Berg in der Mitte der Hslbinsel – zum Aussichtspunkt. Die Hitze auf der Wanderung war unglaublich – als wir wieder im Hostel ankamen, waren wir wie gerädert. Zur Krönung der Situation hatte dann auch noch der Supermarkt zu und wir mussten auf einen Imbiss zurückgreifen – Cevapi. Das ist ein großes mit klops-(buletten-)artigen Fleischbällchen und Gemüsezeugs gefülltes Brötchen.P1040256.JPG
Zu Trinken gibt es jetzt leider nur noch Tee aus dem Hostel – der Rest ist alle.

Ein Tag im Zug

P1040245.JPG Gestern war ein seltsamer Tag. Aufgewacht im strömenden Regen – die Wäscheleine vorm Zelt fiel mir auch erst nach einigen Minuten ein – bauten wir in einer Regenpause das Zelt ab, zahlten unsere 5700 und marschierten zur Metro. Und von jetzt an passierte fast alles nur noch im Zug. Mit der M3 zur M2 (Umstieg in einer unausprechbaren Station – erinnert mich immer an Star Trek Voyager – Ferengi und so…) und von dort zum Bahnhof Budapest Deli. Der Zug nach Zagreb stand schon an Gleis 10 und wir stiegen auch gleich ein. Auf den bequemen Polstersitzen – vergleichbar mit einem Sofa – sollten wir, mit wechselnden Mitreisenden (unter anderem 2 sehr unästhetische junge Menschen mit einem Hündchen namens Daisy), die kommenden 6,5 Stunden verbringen.
Es ging vorbei am Balaton (dieser Teil der Fahrt war belastend: an fast jedem Bahnhof hielt der Zug – und der Balaton ist seeeehr lang) Richtung kroatischer Grenze wo wir 3 Mal kontrolliert wurden: Von den Ungarn, einer kroatischen Zollfrau mit Haaren auf den Zähnen und von den kroatischen Beamten.
Zagreb rückte dann rapide näher und in der Zeit beobachteten wir einen Brite, der seiner Freundin gewisse … Dinge auf den Oberschenkel malte. Aber er vollbrachte auch eine gute Tat: Mit Eriks Klebeband klebte er eine Tür zu, die vorher regelmäßig gegen unser Abteil schlug und sich regulär nicht verschließen ließ.

ZAGREB. Was soll ich dazu sagen? Ich habe mir die Stadt als relativ graues Örtchen vorgestellt, kam aus dem Bahnhof und war vollkommen fasziniert. Ein großer, gut gepflegter, bunter Park und dahinter eine wundervoll sanierter Stadtkern standen gewissermaßen vor uns. Überall Cafés, Restaurants und vor allem: Hunderte glücklich vor sich hin flanierende, hauptsächlich junge Menschen.
Wir wurden auch sofort freundlich empfangen: Eine Frau führte uns bis zum Geldautomat als wir sie (nur) nach dem Weg fragten und die auch die Kellner der Bar, in der wir speisten, erwiesen sich als sehr hilfsbereit – wir durften Eriks Notebook in den Privaträumen der Bar zum Laden anstecken und sogar die Mitarbeitertoilette benutzen. Nach einem reichhaltigen Menü aus durchaus ortstypischen Versionen bekannter Burger, Palatschinken und 2 verschiedenen, sehr leckeren, lokalen Biersorten waren wir einfach nur glücklich und zufrieden.
Und voller Glücksgefühle quetschten wir uns in einen hoffnungslos überfüllten Nachtzug nach Split. Departure: 22:55Uhr, Arrival: 7:30
Also ideal zum Schlafen. Eigentlich. Im Zug nach Zagreb, einem TAGzug gab es Liegesitze mit Kopfstütze. Der NACHTzug hatte das beides nicht. Geschlafen haben wir, aber mit vielen Unterbrechungen.
Und auch hier sprang mir die Gastfreundlichkeit förmlich entgegen: eine mittelalte kroatische Frau (meine Sitznachbarin zur Rechten) bat mir nicht nur die gemeinsame Armlehne, sondern während einer meiner Wachphasen auch eine saftige Birne (und ein Taschentuch zum Mund abwischen) an.

Bilder folgen später! Immerhin eins ist jetzt da.

Guten Morgen Budapest!

Es regnet! Und ihr erratet nie wo unsere Handtücher und Badehosen sind. Vorm Zelt auf der Wäscheleine nämlich. Immerhin löst das ganze auch ein Problem: Nämlich das Platzproblem in meinem Rucksack. Das nasse Zeug häng ich jetzt bis zur nächsten Unterkunft außen an Selbigen.