Osaka zu Fuß

Osaka überrascht. Die Stadt hat eigentlich nicht unbedingt den Ruf besonders hübsch zu sein. Stichworte die in Reiseführern häufig fallen: Modern, Hochhäuser, Arbeiterstadt. Doch was soll ich sagen: Hübsch ists hier!

Wir waren den ganzen Tag zu Fuß unterwegs und haben entsprechend viel Strecke zurückgelegt. Vom Hostel ging es zunächst nach Amerika-mura, dem amerikanischen Viertel (nur echt mit Mini-Freiheitsstatue und US-Flaggen an jeder zweiten Ecke). Um es kurz zu machen: Es ist eine klischeebeladene, ziemlich japanische Interpretation von Manhattan – und als solche ganz lustig.

Einem Kanal folgend hörten wir plötzlich Trommeln und stießen kurz darauf auf ein kleines Volksfest. Als Bühne fungierte ein Ponton-Boot im Kanal, als Kulisse eine Reihe von Hochhäusern voller knallbunter Werbetafeln. Die Trommlergruppe in ihren tradionellen Anzügen arbeitete in zwei Schichten, auf ein gerufenes Kommando (der Chefin) trat die erste Schicht zur Seite und die Musiker aus der zweiten Reihe übernahmen ohne dass es einen hörbaren Bruch im Rhythmus gab.

Wir ließen uns unterdessen zwei Werbefächer* schenken und kauften vom Stand einer japanischen Kleinbrauerei eine Weizenbier. Auch die übrigen Stände unseres kleinen Festes sahen sehr ansprechend aus – doch leider waren wir schon satt, sonst hätten wir uns hier die Bäuche vollschlagen können.

Auf die Trommler folgten zwei Maskottchen, die auf japanisch etwas erzählten – leider sind wir für kulturelle Beiträge dieser Art nicht das richtige Publikum. Zum Glück folgte unmittelbar danach (wir saßen noch am Ufer und tranken unser Weizen) eine junge Frau, die das Publikum zunächst auf chinesisch und anschließend auf englisch anschrie (Enthusiasmus nennt man das wohl) um uns auch sprachlich abzuholen und zu integrieren. Nett eigentlich.

Kurz vorm Auftritt der Ninjas sind wir dann schweren Herzens weitergezogen. Es wartete einfach noch zu viel auf uns: Einkaufsstraßen, Märkte, Tempel, ein Bahnhof, das Kinderfest an der Burg, unser erster „American Dog“, die unglaubliche Freiluftaussichtsplattform** des ebenfalls sehr unglaublichen Umeda Skybuildings und schließlich: Unser Quasi-Kapselhotel-Schlafsaal. Doch davon berichtet Lisa jetzt gleich.

* tolles Give-Away für Veranstaltungen im Sommer
** zusammengesetzte Substantive. Die beste „Fähigkeit“ der deutschen Sprache. 

Lisas Tagebuch:

Weitere Eindrücke des Tages:

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