Ein Schreinbesuch und japanische Pfannkuchen

33°C, Luftfeuchtigkeit: sehr hoch. Die Wetterapp sagt: „Gefühlte Temperatur 37°C“ – das Gefühl sagt: „Stimmt.“ Wir sitzen an Bord einer Fähre und sind auf dem Weg von Miyajimaguchi nach Miyajima, eine kleine Insel südlich von Hiroshima. Bekannt ist sie vor allem für das berühmte Torii. Toriis sind große hölzerne oder steinerne Tore, die den tatsächlichen oder symbolischen Eingang zu einem Schrein oder Tempel markieren. In diesem Fall ist es wohl eher ein symbolischer Eingang, denn das Tor steht im Wasser. Nur bei Ebbe erreicht man es einigermaßen trockenen Fußes.

Die Fähre legt an, wir gehen von Bord und treffen vor dem Gebäude des kleinen Fährhafens Rehe. Die Rehe leben frei auf der Insel, sind den Kontakt mit Menschen aber gewohnt und von der üblichen Scheue ist keine Spur: Sie lassen sich streicheln, fotografieren und schauen, ob sie etwas zu essen ergattern können: Leicht belustigt beobachten wir auf unserem Weg zum Torii, wie ein Reh einem Touristen sein Fährticket wegnimmt und wenig später ein Mann seinen frisch gekauften Snack sehr hoch halten muss, um ihn für sich behalten zu können.

Nach unserem Besuch am Torii, erklimmen wir die Stufen zur fünfstöckigen Pagode und wandern anschließend (ohne Schuhe!) durch den benachbarten Schrein, ein beeindruckendes Bauwerk aus riesigen Balken und mit einem wunderbar polierten Fußboden.

Durch das kleine Dorf mit seinen zahllosen Imbissen und Restaurants wandern wir weiter dem Wald entgegen und einen Hügel hinauf. Einen Aussichtspunkt und eine kleine Pagode haben wir ganz für uns allein, denn die meisten Besucher bleiben im Tal. Wir folgen unserem einsamen Wanderweg bis er auf ein großes Schrein-/Tempelgelände trifft. Der XXX-Schrein besteht aus mehreren ober- und unterirdischen Gebäuden. Es gibt dunkle Kammern voller kleiner Buddhafiguren, Treppen mit Gebetsmühlen, eine weitere Pagode, einen Gong, große und kleine Glocken und Räucherstäbchen über Räucherstäbchen. Es ist ein besonderes Erlebnis hier entlang zu schlendern – wenngleich wir nicht alles verstehen, was wir sehen.*

Schnitt. Es ist Abend geworden, wir sind zurück in Hiroshima, haben uns frisch gemacht und starten ins Nachtleben (naja: fast – wir wollen essen gehen). Von unserer Unterkunft bis ins Zentrum braucht man zu Fuß etwa 20 Minuten. Unser Ziel des Abends ist das Okonomiyaki-Haus**. Auf 3 Stockwerken reihen sich hier Okonomiyaki-Imbisse aneinander und man hat die Qual der Wahl welchen man probieren möchte. Wir entscheiden uns spontan für einen von zwei älteren Frauen betriebenen und nehmen Platz. Okonomiyaki sind kleine, belegte Pfannkuchen – mit was sie belegt sind kann deutlich variieren. In unserem Fall mit Salat, Schinken, Ei und Nudeln. Das klingt seltsam – ich versuche zu erklären:

Der Imbiss besteht aus einer langen Theke und umgibt gewissermaßen die Küche. Zum Abstellen von Getränken gibt es nur einen kleinen Rand, denn der Rest ist eine große Kochfläche (eine riesige flache Pfanne, wenn man so will). Darauf gibt die Köchin einen kleinen Klecks Teig und verteilt ihn so, dass daraus ein Kreis von etwa 15-20 cm Durchmesser wird. Darauf kommt zunächst Salat/Weißkohl, und später noch einige weitere Zutaten (Sprossen, Lauch, …) . Es folgen Schinken, Ei und Nudeln – dann wird gewendet. Bevor die Okonomiyaki dann auf der etwas weniger heißen Platte vor uns ankommen, werden sie noch mit einer Soße bestrichen.

Gegessen wir das Ganze dann, indem man mit einem kleinen spachtelartigen Werkzeug Stückchen abtrennt und in eine kleine Schale legt, aus der man dann mit Stäbchen prima essen kann. Wir finden: Ein wunderbares Gericht!

* Warum z.B. tragen manche der Buddhafiguren kleine gehäkelte Mützen? Warum haben manche eine Münze auf dem Kopf und andere nicht?
** Danke für den Tipp, Robert!

Den detaillierten Tagesbericht liefert wie üblich Lisa:

Weitere Eindrücke des Tages:

1 Kommentar

  1. Das ihr mit den Essen so zurecht kommt ist schon bewundernswert. Da sagt mein Magen“bitte nicht zu oft!“

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