Wir waren in Exeter. Ganz kurz.

image

Das hatten wir lange nicht: Bacon&Egg, Toast, Baked Beans, Mushrooms, Tomato und die allseits beliebte Sausage. Full English Breakfast. Da weiß man, wofür man bezahlt: Für das Gefühl völlig vollgefressen zu sein und bis tief in den Nachmittag hinein nichts mehr essen zu müssen (und können).

Die Abreise aus Robs B&B läuft absolut reibungslos: Wir quatschen mit zwei Frauen aus Liverpool (die einen völlig irren Akzent haben), verabschieden uns und laufen im strahenden Sonnenschein zum Bahnhof. Ähnlich ereignisarm gestaltet sich auch die Zugfahrt. Wir lesen, ich löse Kreuzworträtsel, Lisa liest, ich höre Musik, Lisa liest, ich schaue aus dem Fenster, Lisa liest und ich löse ein weiteres Kreuzworträtsel (erwähnte ich schon, dass Lisa gelesen hat?).

Exeter kann man recht einfach beschreiben: Hübsch zum Wohnen (schöne Lage, genügend Geschäfte, gutes kulturelles Angebot, tadellos ans Schienen- und Busnetz angeschlossen), aber zum Anschauen nur so medium. Im Gegensatz zu den meisten anderen Städten fehlt der gewisse Reiz, der auch durch das Alter der Gebäude und die Stadtplanung (enge Gassen, etc) entsteht. Eine gewisse Mitschuld daran muss man allerdings uns Deutschen zuschreiben: Exeter war eines der ersten Ziele von Hitlers sogenannten „Baedecker raids“, also Angriffen auf kulturell bedeutsame Ziele in Großbritannien (streng genommen ist nicht genau überliefert, ob das tatsächlich der Befehl war. Der Begriff hat sich jedoch sehr schnell in der britischen Presse eingebürgert. Details kann man hier nachlesen) und irgendwie sieht man das der Stadt an. Exeter ist streckenweise deutlich von Nachkriegsarchitektur geprägt. Schade eigentlich. Trotzdem sehenswert ist das sehr umfassende und interessante Museum der Stadt: Erdgeschichte, Forschung, Kunst, Hochkulturen, Entwicklung der Stadt (mit tollen lokalen Ausgrabungsstücken u.A. von der römischen Siedlung), aber auch Fragen wie: Wozu eigentlich ein Museum? Und: Wie arbeitet Wissenschaft? wurden behandelt. Das Museum ist für Kinder UND Erwachsene konzipiert und funktioniert meiner Meinung nach auch genauso. Eintritt: Frei.

image

Vor unserer Abreise nach Bath (Wir hatten für Exeter keine Unterkunft gefunden, unser Gepäck am* Bahnhof abgegeben und einfach für Bath ein günstiges Hostel gebucht) setzten wir uns eine Weile in eine Patisserie, aßen Tarte (Lisa Apfel, ich Zitrone) und tranken guten englischen Tee. La vita è bella möchte man ausrufen**.

Nach knapp 1,5h im Zug begrüßte uns Bath mal wieder: Unser Hostel ist diesmal noch näher am Bahnhof und macht einen ganz guten Eindruck. Der Rezeptionsmensch ist etwas seltsam, aber nett, das Zimmer (12 Betten, mit uns sind 3 belegt) und die Toiletten/Bäder sind in Ordnung. Frühstück gibt es nicht, dafür haben wir aber Milchbrötchen gekauft und wenn wir ehrlich sind: Noch ein full english breakfast überstehe ich auch nicht.

Wo wir gerade beim Essen sind: Wir waren auch noch beim Inder und haben dort – mit 15% Studentenrabatt und Blick auf die Abbey – sehr gut gegessen. Für morgen heißt das: Cup Noodles mit Brötchen. Yeah!

*nicht im Bahnhof. „For security reasons“ gibt es keine Gepackabgabe. Zum Glück aber in der Nähe.

**und ein la vita è costosa hinterherschieben. Aber Urlaub ist Urlaub und wie ein Kollege mir einst sagte: „Und bloß nicht jeden Euro einzeln umdrehen – du bist nur einmal jung: Genieß es.“ Genau Thomas, du hat recht!

1 Kommentar

Kommentare sind geschlossen.