Abstecher in die Karibik

_MG_9976Vom 12-Bett-Zimmer verabschiedeten wir uns schon kurz nach 7. Nach dem Frühstück – es gab Toast und Cornflakes – checkten wir aus, verabschiedeten uns vom schweizer Pärchen und liefen Richtung Bahnhof. Aus unserer Restmüdigkeit (oder besser: meiner Restmüdigkeit, denn Paul stört das Schnarchen anderer Leute ja nicht) weckte uns gnadenlos die Anzeige am Bahnhof._MG_9886“Delayed” stand hinter unserem Zug nach Cornwall – Verspätung schön und gut, aber wie viel? Wir setzten uns auf eine Bank und warteten erst einmal ab. Die Bahnmitarbeiter machten mehrere Durchsagen, doch unser Zug wurde mit keiner Silbe erwähnt. Auf gut Glück passierten wir die Schranken zum Bahnsteig und schauten uns um. Eine Masse an Menschen warteten anscheinend auf den gleichen Zug wie wir und wussten auch nicht weiter. Eine unverständliche Durchsage brabbelte irgendetwas vonwegen “in Bristol umsteigen”, doch sicher waren wir uns dabei auch nicht. Die Bahn nach Bristol kam und endlich auch die erlösende Ansage: Alle Reisegäste nach Prenzance sollten sich doch bitte in die zwei Hänger quetschen und dann umsteigen. Wir fuhren also ein Stück, stiegen in Bristol um, stiegen nach 3 Stunden noch einmal in St Erth (auf einem Provinzbahnhof) um und kamen sogar pünktlich in St Ives an.

Der erste Eindruck war atemberaubend. Das Wetter war erstklassig, das Wasser blau und die Strände belebt. Zu gern hätten wir einfach die Rucksäcke in die Ecke geschmissen und wären am Meer entland gelaufen, doch wir hatten noch ein Problem. Online waren alle _MG_0011Unterkünfte in und um St Ives ausgebucht, sodass wir uns leichtsinnigerweise direkt vor Ort etwas suchen wollten. Die Touristeninformation war wenig hilfreich, denn die berechnen für ihre Telefon- und Buchungshilfe 5 Pounds und verlangen dann auch noch einen Deposit in Höhe von 10% der ersten Nacht.
Wir suchten also auf eigene Faust und wurden auch schnell fündig. An einem schwarzen Brett waren eine Reihe B&Bs mit ihren Preisen und Telefonnummern aufgelistet. Wir entschieden uns für das gutgelegene Billige. Mehrfach versuchten wir eine ordentlich Verbindung aufzubauen und waren erleichtert, als der Empfang besser wurde und Robin uns ein Doppelzimmer für 80 Pounds (uff) anbot. Aufgrund fehlender Alternativen schlugen wir zu und er führte uns per Telefon-Navigation bis zu sich und seinen Zimmern.
Rob ist ein sehr erzählfreudiger und lebendiger älterer Mann, der es liebt, neue Leute kennenzulernen. Er gab uns Tipps für den Tag und zeigte uns das Haus inklusive Frühstücksraum und unserem Zimmer (mit Badewanne – juhu!).

_MG_9999Als wir uns von langen Hosen und festen Schuhen befreit hatten, ging es endlich ans Wasser. Naja – fast. Vorher kauften wir uns noch einen Snack in einem kleinen Supermarkt sowie etwas zu trinken. Am Hafen verspeisten wir die Sachen und passten gut auf unsere Sandwiches auf, da die Möwen schon begierig über uns Kreise zogen (zum Glück wurden sie dann von fütternden Touristen abgelenkt).
St Ives ist eine wunderschöne Stadt. An der Promenade reiht sich Lädchen an Lädchen, doch alles ist von Touristen überlaufen. Mit jedem Schritt hört man eine andere Sprache und man muss aufpassen, dass man die Kinder, die einem ständig vor die Füße laufen, nicht umrennt.
Trotzdem finden wir unsere eigenen kleinen Paradise. Von einem Wanderweg führen Treppen bis auf die Klippen im Meer. Wir kletterten darauf herum, beobachteten die brechenden Wellen (die EISKALTEN Wellen) und sahen die schönsten Muscheln und Mini-Fische in einer Stein-Vertiefung, in der sich Wasser der Flut gesammelt hat._MG_9849
Lange liefen wir noch am Ufer entlang, machten einen Abstecher zu einer Kapelle, die auf einem Hügel lag und genossen die einzigartige Aussicht. Hätte man uns nur Bilder von der Gegend gezeigt, hätten wir mit Sicherheit nicht auf Südengland getippt.
Mit einem weiteren Einkauf im Supermarkt und einem Bummel durch die Innenstand beendeten wir den Tag. Im Zimmer aßen wir noch Cupnudeln, tranken ein Bier, nahmen ein heißes Bad und gingen schließlich glücklich über die Wahl des Cornwall-Aufenthaltes ins Bett.

 

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