Nachbereitung #02

P1040425.JPG Ich möchte euch nur schnell den Soundtrack unserer Reise präsentieren. Erik hat den doch des öfteren abgespielt und er ist halt wirklich gut. Und als Bonus noch ein Bild. Und zwar aus der schönen Stadt Belgrad. Was ja zumindest mit meinen begrenzten sprachwissenschaftlich-etymologischen Fähigkeiten auf den ersten Blick eine Dopplung ist – „bel“ wie bello [ital. schön] und „grad“ wie город [also russ. Stadt] (vgl. stari grad – Altstadt) AAAABER da man hier wohl kaum 2 Sprachen gemischt hat würde ich eher auf weiße Stadt tippen. In dem Fall käme das „bel“ nämlich von белый [russ. weiß] – und das wiederum – also Belgrad als „weiße Stadt“ glaube ich auch schon einmal gehört zu haben… ich schweife ab, oder?

Achso. Das Lied. Hier:

Nachbereitung #01

P1040400.JPG Ich habe mir jetzt einige Bilder entwickeln lassen und auch wieder in meinen Blogeinträgen gestöbert und bin jetzt doch ziemlich froh darüber das alles geschrieben zu haben. Beim Lesen kamen viele Details wieder, die ich ausgeblendet hatte und ich werde mich in nächster Zeit daran machen alles aufzuarbeiten und zunächst einmal für mich selbst ein Fotoalbum – vielleicht mit einigen Texten aus dem Blog, vielleicht aber einfach nur so. Das wird sich beim genauen Herumbasteln zeigen.

Hier auf der Seite habe ich übrigens endlich mal das Bildarchiv vervollständigt. Und eigentlich war ich mit der Reihenfolge ganz zufrieden. Aber beim Durchschauen eben, merkte ich das doch noch einiges ausbaufähig ist. Vielleicht mach ich das auch sofort noch.

Ankündigung

Meine lieben Leser,
ich danke recht herzlich für euer Interesse und die zahlreichen Besucher meiner bescheidenen Seite. Das macht mich wirklich stolz und hoch zufrieden.
Darum möchte ich jetzt ankündigen, was euch in den kommenden Tagen erwartet: Ein Rückblick, viele neue Bilder und einige Inhalte, die ich vorerst geheimhalten möchte…

Es bleibt also noch kurz spannend!

Wie die Zeit vergeht: Heimreise

Da steht er also: Der letzte Nachtzug. Schon komisch – eben hat der Urlaub begonnen und schon ist er wieder vorbei. Fast zumindest, denn zunächst sollten wir versuchen unsere Plätze zu finden. Mittlerweile haben wir ja richtig Erfahrung in dieser Disziplin und so dauert es nicht lange bis wir in einem Abteil sitzen.
Noch sind wir allein, aber laut Reservierungskärtchen an der Tür wollen noch 2 weitere Leute mit uns fahren. Wenig später kommt dann auch eine Frau (Deutsch, Mitte – Ende Zwanzig, Stimmung eher so mittel) und nimmt einen der beiden Plätze ein – der Andere bleibt vorerst frei. Die Gute ist zwar nicht so gut gelaunt, quengelt etwas herum und scheint sich nicht wirklich auf die Zugfahrt (für sie bis Berlin) zu freuen, aber mit ihr kann man sich gut arrangieren. Ein wenig Zustimmung hier, ein bedächtiges Nicken da – schon ist sie zufrieden und lehnt sich zurück.
A propos Zurücklehnen: Dieser Wagen (seltsamerweise im Besitz der MAV-Start, also der Eisenbahngesellschaft Ungarns – seltsam weil: in Prag eingesetzt, über Dresden und Berlin, Endhalt Warschau) übrigens verfügt über Sitze mit Liegeposition – leider ist es eher eine Sparvariante. Vielleicht sind auch einfach die Schrauben locker geklappert, denn der Winkel der Lehne ändert sich um schätzungsweise 2° und die Sitzfläche rutscht sagenhafte 4cm nach vorn. Luxus pur also.
Durch die 3 freien Sitze konnte ich es mir richtig bequem machen und gerade als ich schlafbereit war, hielt der Zug in Wien-Meidling und es stiegen weiter Passagiere zu. Weg war er, mein Platz zum Füße hochlegen. Manchmal verliert man – und manchmal gewinnen eben die Anderen. Eine Weisheit, die einer meiner Bauhofkollegen gern benutzte.
Der letzte freie Platz im Abteil führt dann bald zu einer Umsortierung, in deren Folge mein Fußplatz wieder frei wurde. Ich schlief zufrieden und einigermaßen bequem ein. In Pardubice wachte ich wieder auf (zwischendurch war ich kurz wach, weil wie üblich nach meinem Ticket gefragt wurde, aber das stört routinierte Nachtzügler nicht) und zusammen mit Erik stellte ich fest, dass wir theoretisch schon in Prag sein sollten. Es war immerhin um 4. Die beiden zuletzt Zugestiegenen verließen den Zug und es wurde wieder etwas Platz im Abteil. Schlafen ging trotzdem nicht mehr so wirklich. Also philosophierten wir etwas herum und schon etwa 5:15Uhr, also mit nur etwas mehr als einer Stunde Verspätung waren wir tatsächlich in Prag.
Da die Gepäckabgabe noch geschlossen, und alles in allem auch nicht übermäßig billig war, entschieden wir unseren Aufenthalt im Bahnhof zu verbringen. Die Geschäfte hier gehören sowieso zu den ersten die öffnen und draußen ist auch nichts los. Schon um 6 öffnete der örtliche Billa, wo wir nach kurzer Preis- bzw. Währungsgewöhnphase ein Frühstück zusammenkauften.
In der Wartehalle verbrachten wir dann recht müde die nächsten 2 Stunden. Und zwar mit Essen, Lesen, Musik hören und Leute beobachten. Gerade Letzteres lohnt sich immer wieder: Es ist erstaunlich wie man gewisse Stereotypen überall wiederfindet. Meine Lieblinge sind ja die Alternativen, von denen man rein optisch 3 Kategorien unterscheiden kann: (1) die in lockerer Leinenkleidung, (2) die mit irrsinnig teurer Marken Wander- und Campingausrüstung, sowie (3) die Mischform aus 1 und 2. Doch trotz scheinbarer Gegensätze sind sich alle Ähnlich – und irgendwie auch ganz sympathisch.
Wie dem auch sei. 8:50 Uhr war dann unser Zug nach Decin auf Gleis 7 angekommen und wir schnappten uns ein leeres Abteil, dass wir nach der Fahrkartenkontrolle verschlossen um etwas zu schlafen. Platz hatten wir genug, geschlafen habe ich auch entsprechend gut, aber die (kunst-[?])ledernen Sitze waren als Unterlage doch eher widerlich – wer bitte liegt gern auf solchen glatten, atmungsunaktiven Oberflächen?!
In Decin ging es weiter in den nächsten Zug, der überraschenderweise der DB gehörte. Ein tschechischer Schaffner, der zwar keine Silbe Englisch konnte, aber umso besser gelaunt war, kontrollierte uns sehr nett, konnte aber leider keine Auskunft geben, wo wir ein Sachsenticket bekommen könnten, bzw. warum der Fahrkartenautomat im Zug ausgeschaltet ist. Da auch an der Grenze kein Personalwechsel erfolgte konnten wir einfach bis Bad Schandau durchfahren und dort am Automat eins erwerben.
Zum Glück muss man sagen, denn als die Schaffnerin durch war, sagte ich zu Erik: „Kennst du diese Wesen mit den Flügel hinten dran, die Feuer spuken?“ – denn das war die wohl treffenste Beschreibung für die gute Dame. Knallhart. Sie traut scheinbar keinem, denn Erik musste zu seinem Sachsenticket den Ausweis vorlegen (sie wollte überprüfen, ob der Name auf dem Ticket tatsächlich einer unserer Namen ist – eine Praxis, die ich so zum ersten Mal gesehen habe) und von einem älteren Mann, wollte sie einen Berechtigungsschein vorgelegt bekommen – ich glaube es ging um eine von ihm in Anspruch genommene Vergünstigung und ich glaube auch, dass das Vorzeigen dieser Berechtigung nicht zum Standart gehört: der gute Herr war doch recht überrascht von dem Wunsch unseres Drachens.
Dresden kam dann recht bald und mit Dresden kam eine einstündige Wartezeit, die selbstverständlich sinnvoll genutzt wurde: Wir gingen Essen.
Der vorletzte Zug der Reise (der Franken-Sachsen-Express, der uns nach Zwickau brachte) war nach dem zweiten (dem Franken-Sachsen-Express, der uns von Zwickau nach Dresden brachte) der schlimmste der ganzen Reise. Die Neigetechnik verursacht auf dieser Route katastrophale Schwankungen und man neigt zur Seekrankheit. Siehe Prag – die Reise beginnt.
Empfangen wurden wir natürlich auch ganz brav, als wir pünktlich 15:17 Uhr in Crimmitschau ankamen. Heimat, du hast uns zurück.

Schlossgarten, Nickerchen, Prater, Schnitzel

Die Überschrift fasst den Tag ganz gut zusammen: Nach unserem Checkout, schlossen wir unsere Rucksäcke im Hostel kostenlos ein und gingen ein kleines Frühstück einnehmen.
Voller Energie ging es mit der U-Bahn zum Schloss Schönbrunn, wo wir durch den sehr gepflegten und ausgesprochen weitläufigen Park wanderten. Irgendwie wurde es dann doch anstrengend und unter dem Einfluss der Hitze entschieden wir uns für ein Nickerchen – wiedermal. Neben einer Hecke fanden wir eine schattige Bank und 2 Stunden später waren wir dann wieder wach.
Nächster Halt: Museumsquartier. Wir durchforsteten die lustigen Geschäftchen und füllten unsere Trinkflaschen auf.
Der Prater sollte die nächste Station werden – und dort die Black Mamba. Ein Video von dem was da passiert werden wir bald nachreichen. Ums kurz zu machen: Angst, Adrenalin und Beschleunigungskräfte. Die Wildwasserfahrt danach (bei der ich als EINZIGER der Gruppe klitschnass wurde) war dagegen Kindergarten. Aber trotzdem lustig.
Und jetzt im Moment sind wir beim feierlichen Tagesabschluss – Im Schnitzelhaus gab es gerade ein Riesen-Wiener-Schnitzel (etwa 40*40cm), das seinen Name verdient hat. Vollkommen gerädert sitzen wir jetzt hier und verdauen. Morgen um die Zeit sitzen wir zuhause. Komisch, oder?

Wien, Klappe die Zweite

Wien empfing uns mit offenen Armen. Als endlich unsere Unterkunft gefunden war, ich mich am Bankomat wieder liquide gemacht hatte, wir geduscht waren, unser Gepäck im Schrank verstaut war und wir mit Pauken und Trompeten an der Onlinebestellung eines Sachsentickets gescheitert ware , gingen wir zum Bahnhof zurück. Wir reservierten 2 Sitzplätze für den Nachtzug nach Prag am 21.8. und liefen zum gefühlten 180., tatsächlich aber erst zum 5. Mal die Mariahilfer Straße herunter. Wir schlenderten durch ein paar Geschäfte und irgendwann saßen wir mit einer Ladung Süßkram auf einem Kunstwerk vorm Museumsquartier und beobachteten die Menschen um uns: Skater, die an ihren Tricks scheiterten, Punks, Hippies und Ähnliche saßen friedlich herum, Touristen schlenderten hin und her und eine Gruppe Orangegewandter sang „Hare Krishna“ und trommelte dazu.
Das Museumsquartier ist im Ganzen rechts sehenswert. Es stehen im Innenhof z.B. IKEA Sofas statt normalen Sitzbänken, die Stimmung ist sehr angenehm und „kreativ“, …
Bevor wir uns in die Hostellobby setzten, aßen wir noch Chinanudeln, groß (Erik) und Thai-Huhn, scharf (Paul). Ein Genuss. Und die Beschreibungen stimmten: Meins war scharf ohne Ende, und Erik nach Seinem restlos satt.
Im Hostel kümmerte Erik sich um die Musik (er spielte Gitarre) und ich mich (mit Lisa) um die Bebilderung des Blogs.
Gute Nacht!