Schlossgarten, Nickerchen, Prater, Schnitzel

Die Überschrift fasst den Tag ganz gut zusammen: Nach unserem Checkout, schlossen wir unsere Rucksäcke im Hostel kostenlos ein und gingen ein kleines Frühstück einnehmen.
Voller Energie ging es mit der U-Bahn zum Schloss Schönbrunn, wo wir durch den sehr gepflegten und ausgesprochen weitläufigen Park wanderten. Irgendwie wurde es dann doch anstrengend und unter dem Einfluss der Hitze entschieden wir uns für ein Nickerchen – wiedermal. Neben einer Hecke fanden wir eine schattige Bank und 2 Stunden später waren wir dann wieder wach.
Nächster Halt: Museumsquartier. Wir durchforsteten die lustigen Geschäftchen und füllten unsere Trinkflaschen auf.
Der Prater sollte die nächste Station werden – und dort die Black Mamba. Ein Video von dem was da passiert werden wir bald nachreichen. Ums kurz zu machen: Angst, Adrenalin und Beschleunigungskräfte. Die Wildwasserfahrt danach (bei der ich als EINZIGER der Gruppe klitschnass wurde) war dagegen Kindergarten. Aber trotzdem lustig.
Und jetzt im Moment sind wir beim feierlichen Tagesabschluss – Im Schnitzelhaus gab es gerade ein Riesen-Wiener-Schnitzel (etwa 40*40cm), das seinen Name verdient hat. Vollkommen gerädert sitzen wir jetzt hier und verdauen. Morgen um die Zeit sitzen wir zuhause. Komisch, oder?

Wien, Klappe die Zweite

Wien empfing uns mit offenen Armen. Als endlich unsere Unterkunft gefunden war, ich mich am Bankomat wieder liquide gemacht hatte, wir geduscht waren, unser Gepäck im Schrank verstaut war und wir mit Pauken und Trompeten an der Onlinebestellung eines Sachsentickets gescheitert ware , gingen wir zum Bahnhof zurück. Wir reservierten 2 Sitzplätze für den Nachtzug nach Prag am 21.8. und liefen zum gefühlten 180., tatsächlich aber erst zum 5. Mal die Mariahilfer Straße herunter. Wir schlenderten durch ein paar Geschäfte und irgendwann saßen wir mit einer Ladung Süßkram auf einem Kunstwerk vorm Museumsquartier und beobachteten die Menschen um uns: Skater, die an ihren Tricks scheiterten, Punks, Hippies und Ähnliche saßen friedlich herum, Touristen schlenderten hin und her und eine Gruppe Orangegewandter sang „Hare Krishna“ und trommelte dazu.
Das Museumsquartier ist im Ganzen rechts sehenswert. Es stehen im Innenhof z.B. IKEA Sofas statt normalen Sitzbänken, die Stimmung ist sehr angenehm und „kreativ“, …
Bevor wir uns in die Hostellobby setzten, aßen wir noch Chinanudeln, groß (Erik) und Thai-Huhn, scharf (Paul). Ein Genuss. Und die Beschreibungen stimmten: Meins war scharf ohne Ende, und Erik nach Seinem restlos satt.
Im Hostel kümmerte Erik sich um die Musik (er spielte Gitarre) und ich mich (mit Lisa) um die Bebilderung des Blogs.
Gute Nacht!

Wir lange keinen Nachtzug mehr…

Vienna Calling. 22:40 Uhr startet unser Zug nach Wien. In Wagen 407 sitzen wir auf den Plätzen 31 und 33, die wir früh bei Crescendo Largo (das ist so ein toller Name) reserviert hatten. Zusammen mit uns im Abteil: ein etwa 50 bis 55 jähriger wortkarger Ungar (erkennbar an der Zeitung die er liest – obwohl er auch einige Brocken Deutsch brummt) und zwei leider nicht wortkarge Amerikaner. Die 2 redeten viel, dafür aber um so mehr Unsinn. In solchen Momenten wünscht man sich kein Englisch zu verstehen.
Kurze Panik ergriff uns dann als der schweizer Schaffner kam. Als er vor unserem Nachbarabteil stand, sagte er „Mit diesem Pass dürfen sie nicht nach Deutschland reisen.“ und nahm einen Interrail-Pass in die Hand. Es wurde diskutiert und er sagte, dass er später zurückkäme. Wir erwarteten jetzt dasselbe und stellten uns seelisch und moralisch darauf ein, dem Herrn zu erklären, dass uns am Schalter gesagt wurde, dass es kein Problem wäre, dass wir ja nichts für die Umleitung können und dass wir ja schließlich eine Reservierung haben.
Doch als der Kontrolleur kam, passierte folgendes: „Guten Abend, ihre Fahrkarten bitte … Dankeschön …. Mhhh … In Ordnung. Danke. [..] gute Nacht!“ – Keine Nachfrage, kein Problem, nichts. Auch als später der österreichische Schaffner kam, verlief alles glatt. Der Schaffnermonolog war auch weitgehend identisch. Außer, dass er „Billetts“ statt Fahrkarten verlangte.
Ich schlief zwar mit einigen Unterbrechungen, aber alles in allem sehr gut. Erik sagt er schlief kaum. Schicksal würde ich meinen ;D
Nach 2-3 Irrwegen, einem BurgerKing Frühstück und einem Kurztelefonat mit der Heimat checkten wir hier im Hostel Ruthensteiner ein. Gleich geht es frisch geduscht in die Stadt!

Wien

DSC00563.JPG Die Landeshauptstadt von Österreich. Wien. Wenn man sie so betrachtet muss man sagen: Kein schlechter Ort. Bukarest hat noch einiges aufzuholen, auch wenn das vielleicht ein gemeiner Vergleich ist.
Wir kamen an in WIEN WESTBAHNHOF (mit nur 5 Minuten Verspätung – was für einen 19 Stunden Zug schon beachtlich ist), stopften unser Gepäck in EIN mittelgroßes Gepäckfach (und sparten damit 1€ zum Großen und 50ct zu 2 Kleinen – wir Sparfüchse) und liefen auf der Suche nach etwas Trinkbarem die Maria Hilf Straße herunter. Man muss vielleicht dazu sagen, dass der Fakt, dass es sich dabei um eine ausgesprochene Einkaufsstraße handelt, uns keinen Schritt weiterbrachte: Sonntag lautet das Stichwort.
Neben 2-3 Cafés war die lokale McDonalds Filiale tatsächlich die einzige offene Lokalität. Ich probierte also McMüsil zu meinem halben Liter Orangensaft (ja, sowas gibt es bei McDonalds) und wir machten eine Lageberatung. Ergebnis: Nächster Halt Venedig. Soweit so gut.
Frisch gestärkt liefen wir weiter Richtung Innenstadt, am Museumsquartier sahen wir einen abgegrenzten Bereich mit einer Ausstellung zum Thema schwarzer Humor. Davor stand ein 4 Stockwerke hohes Holzgebäude. Die Ausstellung kostete 3€ und wir geizten hier – das Besteigen des Turmes dagegen war kostenlos. Also nichts wie hoch!
Die Holzbaute hat eine rechteckige Grundfläche und an den langen Seiten fehlen gewissermaßen die Wände. Stattdessen sind dort nur Geländer angebracht. Doch das Beste: Hängematten! Zwischen 2 und 8 Stück pro Stockwerk. Zum Entspannen wirklich perfekt. Fast wäre ich tatsächlich eingeschlafen.
Doch wir entschieden uns für den Rückweg zum Bahnhof um unsere Fahrt nach Venedig festzumachen. Und hier gab es ein kleines Problem (zum Glück spricht man hier Deutsch – was die Sache deutlich leichter gestaltete). Ich versuche das Gespräch zu rekonstruieren.

FAS – Frau am Schalter | EP – Erik/Paul
P: Guten Tag. Wir würden gern 2 Plätze für den Zug nach – wie heißt das Noch gleich..
E: Venedig. nach Venedig reservieren.
FAS: In Ordnung. heute?
E: Ja.
P: Wichtig wäre vielleicht noch zu erwähnen, dass wir Interrail-Tickets haben.
FAS: Ah. Ok. (schaut auf Computer) tut mir leid. Ausgebucht. Wollen sie dann vielleicht morgen fahren?
P: Nein. Was gibt es denn noch für Züge die nicht nach Deutschland fahren?
FAS: ??? Nach Deutschland?
P: Nein ich meine jetzt keine nach Venedig. Generell: Züge weg von hier, die nicht durch Deutschland fahren. Schweiz, Italien, … Völlig egal.
FAS: achso. Verstehe. Wegen des Global Passes. Einen Moment bitte…
nach Mailand… ne ausgebucht…

Florenz. hier sind noch 3 Plätze frei. Wär das ok?
E: Wie viel kosten die?
FAS: 7€ pro Person.
E: Liegewagen?
FAS: Nein. Sind nur noch Sitze frei.
E: Ok…
P: Ich denk: die nehmen wir.
FAS: Upps. Nicht zusammen… Also. Es sind keine 2 zusammenhängenden Sitze mehr frei. Sie wären in verschiedenen Abteilen.
E: Kein Problem.
[…]

So oder so ähnlich war das. So leicht ändern sich Reiseziele.
Unbeeindruckt von der Planänderung ging es zurück in die Innenstadt. Vorher aber kauften wir jeder eine Flasche Wasser im Bahnhof – nicht unbedingt wegen des schmackhaften Zitrone-Passionsfrucht-Geschmacks, sondern eher wegen der Flasche. Die Wasserswerke haben eine Trinkwassersäule in der Stadt aufgestellt und dort füllten wir unsere Literflaschen je noch 2 Mal auf. Was den Preis von 1,90€ für die Originalbefüllung und die Flasche relativiert.
Unsere Wanderung führte uns einmal quer durch die Stadt. Von Westbahnhof, über Maria Hilf, durch eine ausgedehnte Fußgängerzone, vorbei am Stephansdom (der wie nahezu alle eindrucksvollen Türme auf unserer Reise eingerüstet ist), über den Donaukanal zum Prater. Alle die Höhenangst haben sollten jetzt ein paar Zeilen überspringen. Wir probierten den Praterturm, das weltweit höchste Kettenkarussell aus. Und was soll ich sagen: Es war toll. Und was sind schon 117m?!

Stephansdom, Prater und was fehlt jetzt noch? Das Wiener Schnitzel natürlich. Es war schon ganz lecker, aber es hätte gern größer sein können. Wie dem auch sei: Das Bier brachte dann die Sättigung.
DSC00568.JPG Langsam wurde es Zeit unser Gepäck zu holen – schließlich mussten wir auch noch den Bahnhof wechseln. Damit ihr euch von unserem Laufweg ein Bild machen könnt: Es dauerte knapp über eine Stunde bis wir wieder am Bahnhof waren – und es war kein langsamer Spazierschritt.
Vollbepackt quetschten wir uns in die U6 und stiegen schon an der vierten Station (Philadelphiabrücke) wieder aus.
Und schon bin ich in der Gegenwart angekommen. Im Moment sitze ich nämlich in Wagen 410, auf Platz 113 im EuroNight 345 nach Roma Termini. Erik sitzt einen Wagon weiter (409) auf Platz 53. Er teilt seine Kabine mit einer mutmaßlich ungarischen Familie (Kind schaut Schlümpfe auf einem tragbaren DVD-Player) und 2 Österreichern, die nach Eriks Ansicht noch nicht gemerkt haben, dass er sie versteht: Sie reden recht ausführlich und umschweifend über Ex-Freundinnen und andere weibliche Personen.
[pe2-gallery class=“alignleft“ ] DSC00558.JPGDSC00566.JPGDSC00565.JPG[/pe2-gallery]Meine Abteilkameraden sind nicht minder spektakulär: 2 englischsprechende, dunkelhäutige Frauen – ich tippe auf Mutter und Tochter. Die Mutter ist eine ziemlich strenge, misstrauische Person. Ein Beispiel: Der Mobilfunkanbieter T-Mobile hat scheinbar gerade eine Werbekampagne für ein neues Drahtlos-Internet-Angebot laufen. Auf jedem Sitz lag deshalb ein Flyer und ein Päckchen Gummibärchen mit T-Mobile-Aufdruck. Als die Tochter es öffnen wollte, rastete die Mutter aus. Sie riss ihr die Tüte aus der Hand und schrie sie an, dass sie doch nicht einfach essen könne was sie findet. Eine hitzige und lautstarke Diskussion brach los – die Mutter gewann: Sie hat den böseren Blick und die lautere Stimme.

In diesem Sinne: Gute Nacht!

Verluste

Erste Verluste sind zu melden. Eriks Spiegelreflexkamera erkennt keine Speicherkarten mehr. Eine Lösung des Problems ist nicht in Sicht und das wird auch die Anzahl der Bilder auf dem Blog weiter reduzieren. Wir versuchen trotzdem weiterhin Bilder hochzuladen.